Kabarettist Hayko Bağdat: »Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern? Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?«

Kabarettist Hayko Bağdat: »Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war!«

Der armenische Autor und Kabarettist Hayko Bağdat ist Pate des Kölner Armenier-Mahnmals. Bağdat stammt aus Istanbul und lebt in Deutschland unter Polizeischutz im Exil. Nachfolgend sein Statement zum Abriss des Mahnmals durch die Stadt Köln:

***

„Wenn ich in Deutschland über die Straßen gehe, stolpere ich manchmal. Manchmal bleibt mein Blick an einem in einem Park aufgestellten Stein haften. Manchmal lese ich auf dem Boden den auf einer Platte gravierten Namen eines ehemaligen Bewohners eines Hauses.

All das ist nur deshalb, damit wir nicht vergessen. Damit wir die Folgen des verdammten Völkermordverbrechens stets vor Augen haben. Wir wollen die Erinnerung eines ermordeten Juden, eines Sinti und Roma, eines Homosexuellen wach halten.

Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern?

Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?
Damit wir vergessen?

Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war! Denn wir haben am 24. April schmerzlicheres zu verarbeiten.“

2018-04-24T10:44:10+00:00 24. April 2018|
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Indem Sie fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.