Startseite 2018-10-11T12:04:22+00:00
Im Anschluss an eine Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher ein Mahnmal enthüllt. Es erinnert nicht nur an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918, sondern auch an die deutsche Beteiligung daran und fordert grundsätzlich dazu auf, Rassismus und Nationalismus als Ursachen von Völkermorden zu ächten.

Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.

Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.

In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.

Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.

Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.

Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!

L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.

Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.

Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.

Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».

Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.

Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.

Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.

LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018

Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief 

Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.

Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.

Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.

Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.

Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.

Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de

12. November 2018|

Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.

Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.

Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.

Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.

Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)

Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.

Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.

11. Oktober 2018|

Radio Köln/Studio ECK e.V.: Mahnmal Genozid an den Armeniern (Audio)

Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«

Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.

Artikel lesen (Studio ECK e.V.)
19. Juli 2018|

Kundgebung am 4. Juni 2018 zu Kaiser Wilhelm II.

Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.

Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.

Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.

Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

6. Juni 2018|

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker

„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg

»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018

***

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,

hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.

Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.

Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.

Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?

Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.

Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes

Artikel lesen
25. Mai 2018|
Weitere Unterstützer-Briefe lesen
Im Anschluss an eine Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher ein Mahnmal enthüllt. Es erinnert nicht nur an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918, sondern auch an die deutsche Beteiligung daran und fordert grundsätzlich dazu auf, Rassismus und Nationalismus als Ursachen von Völkermorden zu ächten.

Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.

Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.

In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.

Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.

Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.

Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!

L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.

Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.

Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.

Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».

Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.

Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.

Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.

LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018

Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief 

Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.

Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.

Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.

Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.

Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.

Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de

12. November 2018|

Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?

Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.

Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.

Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.

Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.

Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)

Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.

Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.

11. Oktober 2018|

Radio Köln/Studio ECK e.V.: Mahnmal Genozid an den Armeniern (Audio)

Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«

Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.

Artikel lesen (Studio ECK e.V.)
19. Juli 2018|

Kundgebung am 4. Juni 2018 zu Kaiser Wilhelm II.

Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.

Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.

Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.

Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

6. Juni 2018|

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker

„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg

»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018

***

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,

hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.

Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.

Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.

Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?

Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.

Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes

Artikel lesen
25. Mai 2018|
Weitere Unterstützer-Briefe lesen
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Indem Sie fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.