Im Anschluss an eine Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April 2018 in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher ein Mahnmal enthüllt. Es erinnert nicht nur an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918, sondern auch an die deutsche Beteiligung daran und fordert grundsätzlich dazu auf, Rassismus und Nationalismus als Ursachen von Völkermorden zu ächten.
Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.
Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.
In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.
Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.
Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.
Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!
L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.
Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.
Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.
Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».
Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.
Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.
Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.
LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!
Um unsere Aktivitäten fortlaufend finanzieren zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Diese sind für Sie steuerabzugsfähig. Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Mahnmal-Stationen
Stationen – Mahnmal im Exil!
Das Mahnmal der Initiative „Völkermord erinnern“, das an den Genozid an den Armeniern erinnert und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind, geht „ins Exil“.
***
Stationen des Mahnmals:
| Datum | Ausstellungsort |
|---|---|
| 17. Januar bis 5. Februar 2020 | Alte Feuerwache (Melchiorstraße 3, 50670 Köln) |
| 5. Februar bis 1. März 2020 | Melanchthon Akademie (Kartäuserwall 24B, 50678 Köln) |
| 1. März bis 7. April 2020 | Lutherkirche (Martin-Luther-Platz 4, 50677 Köln) |
| 7. April bis 26. April 2020 | Rautenstrauch-Joest-Museum (Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln) |
Worum geht es beim Projekt „Mahnmal im Exil“?
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Stationen – Mahnmal im Exil!
Das Mahnmal der Initiative „Völkermord erinnern“, das an den Genozid an den Armeniern erinnert und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind, geht weiter „ins Exil“.
***
Stationen des Mahnmals:
17. Januar bis 5. Februar 2020:
Alte Feuerwache (Melchiorstraße 3, 50670 Köln)
5. Februar bis 1. März 2020:
Melanchthon Akademie (Kartäuserwall 24B, 50678 Köln)
1. März bis 7. April 2020:
Lutherkirche (Martin-Luther-Platz 4, 50677 Köln)
7. April bis 26. April 2020:
Rautenstrauch-Joest-Museum (Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln)
Worum geht es beim Projekt „Mahnmal im Exil“?
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Mahnmal im Exil
Mahnmal im Exil!
Wann? 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr
Wo? Alte Feuerwache, Köln
***
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Der erste Ort, an dem wir es wieder für die Öffentlichkeit erreichbar aufstellen, ist der Hof im Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln (BAF, Melchiorstraße 3-5, 50670 Köln). Wir laden herzlich ein am Samstag, 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr. Um 16 Uhr beginnt dann die Veranstaltung zur Erinnerung an Hrant Dink, den armenischen Journalisten, der 2007 in Istanbul von türkischen Nationalisten ermordet wurde (Großer Saal, u.a. mit Dogan Akhanli, Can Dündar und Berivan Aymaz.
Das Mahnmal wird in der BAF bis zum 7. Februar stehen. In dieser Zeit werden wir u.a. auf einer Filmveranstaltung über die Zielsetzungen und aktuelle Fragen zum Mahnmal berichten.
Mit besten Grüßen
Initiative Völkermord erinnern

Mahnmal im Exil!
Wann? 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr
Wo? Alte Feuerwache, Köln
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Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Der erste Ort, an dem wir es wieder für die Öffentlichkeit erreichbar aufstellen, ist der Hof im Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln (BAF, Melchiorstraße 3-5, 50670 Köln). Wir laden herzlich ein am Samstag, 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr. Um 16 Uhr beginnt dann die Veranstaltung zur Erinnerung an Hrant Dink, den armenischen Journalisten, der 2007 in Istanbul von türkischen Nationalisten ermordet wurde (Großer Saal, u.a. mit Dogan Akhanli, Can Dündar und Berivan Aymaz.
Das Mahnmal wird in der BAF bis zum 7. Februar stehen. In dieser Zeit werden wir u.a. auf einer Filmveranstaltung über die Zielsetzungen und aktuelle Fragen zum Mahnmal berichten.
Mit besten Grüßen
Initiative Völkermord erinnern

Georg Restle: Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern am 24. April 2019 in Köln
Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern von Georg Restle
Georg Restle, Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor
„Die größte Gefahr ist Gleichgültigkeit; nicht zu sehen, dass eine Gefahr überhaupt existiert in Europa. Nein Geschichte wiederholt sich nicht. Aber wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, dem drohen immer neue Tragödien.“
Diese Sätze der Philosophin und Holocaust-Überlebenden Agnes Heller, zeigen, worum es heute auch hier geht. Eben nicht, dass sich Geschichte zu wiederholen droht, sondern dass neue Katastrophen, neue Gräueltaten drohen, wenn wir aus den Lehren unserer Geschichte nicht die richtigen Schlüsse ziehen.
Natürlich gilt das vor allem für das größte aller Menschheitsverbrechen von deutschem Boden aus, den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen, die nicht dem Bild des reinen, gesunden deutschen Volkskörpers entsprachen. Aber es gilt auch für die anderen Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, und dazu gehört der Genozid an den Armeniern ganz sicherlich, der heute vor 104 Jahren seinen furchtbaren Anfang nahm.
Wenn wir uns heute in Deutschland und Europa umschauen, dann scheint es allerdings so, als wären immer größere Teile der Gesellschaften nicht mehr bereit, sich zu erinnern. Nicht an die Menschheitsverbrechen und schon gar nicht an die Ursachen dafür. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich ein völkischer Nationalismus in Europa wieder breit macht, der diese Verbrechen erst möglich gemacht hat? Ein völkischer Nationalismus, der auch hier in Deutschland bis weit in die Mitte der Gesellschaft vordringt und dessen Lautsprecher den Holocaust zur lästigen Fußnote der deutschen Geschichte erklären.
Wenn wir über Erinnerung sprechen, sollten wir aber nicht nur an die Verbrechen erinnern, sondern auch daran, wie solche oder ähnliche Verbrechen für alle Zukunft einmal verhindert werden sollten. Wir sollten uns also an auch an das Instrumentarium erinnern, dass Regierungen und Parlamente sich gegeben haben, eben weil sie die richtigen Lehren ziehen wollten aus den Gräueltaten des 20. Jahrhunderts:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ so steht es in Artikel 1 Grundgesetz.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Artikel 2 Grundgesetz
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Artikel 3 Grundgesetz
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Artikel 4 Grundgesetz
Warum ich das so ausführlich erwähne? Nein, nicht nur, weil das Grundgesetz dieses Jahr 70 Jahre alt wird. Sondern weil es vor allem diese Grundrechte sind, die gewährleisten sollten, dass sich ein völkischer Nationalismus nicht wieder breit macht, der Menschen aussortiert, weil sie den falschen Glauben, die falsche Herkunft oder die falsche „Rasse“ haben. Es sind vor allem diese Grundrechte, die übrigens für alle gelten, nicht nur für Deutsche. Und die nicht nur in Deutschland gelten, sondern im Kern auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt wurden – und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:
„Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“.
Allerdings scheint es, als seien diese zentralen Menschenrechte beileibe nicht mehr das, was sie eigentlich sein sollten: eine universelle, eine humanistische Selbstverständlichkeit.
Es ist wichtig, heute und hier daran zu erinnern, eben weil diese verfassungs- und völkerrechtlichen Postulate in einer immer größer werdenden Diskrepanz stehen zu den politischen Realitäten, auch und vor allem in Europa. Der chauvinistische, völkische Nationalismus, der gerade wieder sein hässliches Haupt in ganz Europa erhebt, ist nämlich immer ausgrenzend, immer rassistisch, immer freiheitsfeindlich. Weil er sich gegen elementare Grundrechte richtet, gegen das Diskriminierungsverbot, die Religionsfreiheit – ja, und damit natürlich auch gegen die Menschenwürde, die alle Menschenrechte umfasst. Und wenn wir von Europa sprechen, dann reden wir längst nicht mehr über rechtsextremistische Splittergruppen, sondern über Parteien, die immer zahlreicher in Parlamenten und Regierungen sitzen wie in Österreich, Italien, Ungarn oder Polen, und die diesen menschenrechtlichen Konsens aufbrechen wollen, soweit sie ihn nicht schon längst aufgebrochen haben. Weil sie Grundrechte nur noch für ihresgleichen gelten lassen wollen, weil sie Nation immer völkisch homogen definieren. Dass alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren seien, gilt dann nicht mehr; in diesem völkisch-nationalistischen Denken ist die Benachteiligung nach Herkunft, Glauben oder das, was Rasse genannt wird, geradezu konstitutiv.
Was das in der Praxis heißt, sehen wir längst: In Italien, wo viele Flüchtlinge rechtslos gestellt werden, ihnen nicht mal Unterkunft oder eine medizinische Notversorgung garantiert wird. In Ungarn oder Polen, wo die Religionsfreiheit quasi nur noch für Christen gelten soll; keinesfalls aber für Muslime. Und ja, auch in Deutschland, wo immer schärfere Gesetze aus Flüchtlingen Menschen zweiter Klasse machen. Alle „gleich an Würde und Rechten geboren“. Aber manche eben ein bisschen gleicher als andere. Und die anderen ertrinken immer noch im Mittelmeer oder werden von uns in die Folterkeller Libyens zurückgeschickt.
Es ist diese Politik, dieses Denken von einem homogenen Volkskörper, das den Keim der Ausgrenzung und der Ausmerzung in sich trägt. Wohin das führt, hat uns das letzte Jahrhundert gelehrt, als Eugenik, Antisemitismus und Rassismus in diesem Land zur Staatsdoktrin wurden. Wo Menschen erst zu Volksfeinden erklärt wurden, um sie dann zu morden. Und deshalb ist es so wichtig heute daran zu erinnern, worauf auch dieser Staat sich gründet. Und dass der Kampf gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Ausgrenzung und Ausmerzung immer und zuallererst ein Kampf für die universellen Menschenrechte sein muss. Wer das nicht begreift, auch der ist am Ende dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und neue Tragödien, neue Menschheitsverbrechen zu gebären, die zu verhindern unser aller Auftrag sein muss.
Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern von Georg Restle
Georg Restle, Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor
„Die größte Gefahr ist Gleichgültigkeit; nicht zu sehen, dass eine Gefahr überhaupt existiert in Europa. Nein Geschichte wiederholt sich nicht. Aber wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, dem drohen immer neue Tragödien.“
Diese Sätze der Philosophin und Holocaust-Überlebenden Agnes Heller, zeigen, worum es heute auch hier geht. Eben nicht, dass sich Geschichte zu wiederholen droht, sondern dass neue Katastrophen, neue Gräueltaten drohen, wenn wir aus den Lehren unserer Geschichte nicht die richtigen Schlüsse ziehen.
Natürlich gilt das vor allem für das größte aller Menschheitsverbrechen von deutschem Boden aus, den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen, die nicht dem Bild des reinen, gesunden deutschen Volkskörpers entsprachen. Aber es gilt auch für die anderen Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, und dazu gehört der Genozid an den Armeniern ganz sicherlich, der heute vor 104 Jahren seinen furchtbaren Anfang nahm.
Wenn wir uns heute in Deutschland und Europa umschauen, dann scheint es allerdings so, als wären immer größere Teile der Gesellschaften nicht mehr bereit, sich zu erinnern. Nicht an die Menschheitsverbrechen und schon gar nicht an die Ursachen dafür. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich ein völkischer Nationalismus in Europa wieder breit macht, der diese Verbrechen erst möglich gemacht hat? Ein völkischer Nationalismus, der auch hier in Deutschland bis weit in die Mitte der Gesellschaft vordringt und dessen Lautsprecher den Holocaust zur lästigen Fußnote der deutschen Geschichte erklären.
Wenn wir über Erinnerung sprechen, sollten wir aber nicht nur an die Verbrechen erinnern, sondern auch daran, wie solche oder ähnliche Verbrechen für alle Zukunft einmal verhindert werden sollten. Wir sollten uns also an auch an das Instrumentarium erinnern, dass Regierungen und Parlamente sich gegeben haben, eben weil sie die richtigen Lehren ziehen wollten aus den Gräueltaten des 20. Jahrhunderts:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ so steht es in Artikel 1 Grundgesetz.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Artikel 2 Grundgesetz
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Artikel 3 Grundgesetz
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Artikel 4 Grundgesetz
Warum ich das so ausführlich erwähne? Nein, nicht nur, weil das Grundgesetz dieses Jahr 70 Jahre alt wird. Sondern weil es vor allem diese Grundrechte sind, die gewährleisten sollten, dass sich ein völkischer Nationalismus nicht wieder breit macht, der Menschen aussortiert, weil sie den falschen Glauben, die falsche Herkunft oder die falsche „Rasse“ haben. Es sind vor allem diese Grundrechte, die übrigens für alle gelten, nicht nur für Deutsche. Und die nicht nur in Deutschland gelten, sondern im Kern auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt wurden – und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:
„Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“.
Allerdings scheint es, als seien diese zentralen Menschenrechte beileibe nicht mehr das, was sie eigentlich sein sollten: eine universelle, eine humanistische Selbstverständlichkeit.
Es ist wichtig, heute und hier daran zu erinnern, eben weil diese verfassungs- und völkerrechtlichen Postulate in einer immer größer werdenden Diskrepanz stehen zu den politischen Realitäten, auch und vor allem in Europa. Der chauvinistische, völkische Nationalismus, der gerade wieder sein hässliches Haupt in ganz Europa erhebt, ist nämlich immer ausgrenzend, immer rassistisch, immer freiheitsfeindlich. Weil er sich gegen elementare Grundrechte richtet, gegen das Diskriminierungsverbot, die Religionsfreiheit – ja, und damit natürlich auch gegen die Menschenwürde, die alle Menschenrechte umfasst. Und wenn wir von Europa sprechen, dann reden wir längst nicht mehr über rechtsextremistische Splittergruppen, sondern über Parteien, die immer zahlreicher in Parlamenten und Regierungen sitzen wie in Österreich, Italien, Ungarn oder Polen, und die diesen menschenrechtlichen Konsens aufbrechen wollen, soweit sie ihn nicht schon längst aufgebrochen haben. Weil sie Grundrechte nur noch für ihresgleichen gelten lassen wollen, weil sie Nation immer völkisch homogen definieren. Dass alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren seien, gilt dann nicht mehr; in diesem völkisch-nationalistischen Denken ist die Benachteiligung nach Herkunft, Glauben oder das, was Rasse genannt wird, geradezu konstitutiv.
Was das in der Praxis heißt, sehen wir längst: In Italien, wo viele Flüchtlinge rechtslos gestellt werden, ihnen nicht mal Unterkunft oder eine medizinische Notversorgung garantiert wird. In Ungarn oder Polen, wo die Religionsfreiheit quasi nur noch für Christen gelten soll; keinesfalls aber für Muslime. Und ja, auch in Deutschland, wo immer schärfere Gesetze aus Flüchtlingen Menschen zweiter Klasse machen. Alle „gleich an Würde und Rechten geboren“. Aber manche eben ein bisschen gleicher als andere. Und die anderen ertrinken immer noch im Mittelmeer oder werden von uns in die Folterkeller Libyens zurückgeschickt.
Es ist diese Politik, dieses Denken von einem homogenen Volkskörper, das den Keim der Ausgrenzung und der Ausmerzung in sich trägt. Wohin das führt, hat uns das letzte Jahrhundert gelehrt, als Eugenik, Antisemitismus und Rassismus in diesem Land zur Staatsdoktrin wurden. Wo Menschen erst zu Volksfeinden erklärt wurden, um sie dann zu morden. Und deshalb ist es so wichtig heute daran zu erinnern, worauf auch dieser Staat sich gründet. Und dass der Kampf gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Ausgrenzung und Ausmerzung immer und zuallererst ein Kampf für die universellen Menschenrechte sein muss. Wer das nicht begreift, auch der ist am Ende dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und neue Tragödien, neue Menschheitsverbrechen zu gebären, die zu verhindern unser aller Auftrag sein muss.
Domradio.de: Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern (Video)
Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern
Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern
Kölnische Rundschau: Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Gedenkveranstaltung zum Genozid an den Armeniern am 24. April
Dieser Schmerz betrifft uns alle
In den Jahren 1915 bis 1917 – während des 1. Weltkriegs – wurden im osmanischen Reich weit über eine Million armenischer Kinder, Frauen und Männer systematisch ermordet. Dieser Genozid an der armenischen Bevölkerung geschah auf dem Gebiet der heutigen Türkei. In Deutschland ist nahezu unbekannt, dass Kaiser Wilhelm II. den Völkermord billigte und hunderte deutscher Offiziere das Verbrechen vor Ort aktiv unterstützten. Unter ihnen waren spätere Nazi-Schergen wie Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und einer der Hauptkriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen 1945/46.
Wie auch im vergangenen Jahr begehen wir den Gedenktag in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. an der Hohenzollernbrücke. Das Mahnmal, das dort bereits im vergangenen Jahr errichtet wurde, wird für den Gedenktag erneut vor der Hohenzollernbrücke aufgestellt werden.
Wir erinnern mit unserer Veranstaltung nicht nur an ein historisches Ereignis. Wir wollen darüber hinaus deutlich machen, dass nur eine entschiedene Ächtung der Entwürdigung von Minderheiten und die Einsicht, dass es weder religiöse, nationale noch ethnische Überlegenheit zwischen den Menschen gibt, solche Verbrechen verhindern kann.
–––––––––––––––––––––––––––
➤ Es singen der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln und Krunk-Chor des Vereins Silva Kaputikian e.V.
➤ Wir würdigen die armenischen Opfer und erinnern an türkische Beamte, die sich den Deportations- und Mordbefehlen verweigert haben.
➤ Georg Restle (Leiter des ARD-Politikmagazins Monitor) wird über die aktuelle Bedeutung von Rassismus und Nationalismus sprechen.
➤ ab 13.00 Uhr können bereits Blumen am Mahnmal niedergelegt werden
–––––––––––––––––––––––––––
Unterstützt von:
– Armenische Gemeinde Köln e. V.
– Silva Kaputikian e.V.
– Verein EL-DE-Haus e.V.
– Katholisches Bildungswerk Köln
– Melanchthon-Akademie Köln
– Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Köln
– KAVOD e.V.
– Lern- und Gedenkort Jawne
– Jugendclub Courage Köln e.V.
– Tüday – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
– KulturForum TürkeiDeutschland
– recherche international e.V.

Dieser Schmerz betrifft uns alle
In den Jahren 1915 bis 1917 – während des 1. Weltkriegs – wurden im osmanischen Reich weit über eine Million armenischer Kinder, Frauen und Männer systematisch ermordet. Dieser Genozid an der armenischen Bevölkerung geschah auf dem Gebiet der heutigen Türkei. In Deutschland ist nahezu unbekannt, dass Kaiser Wilhelm II. den Völkermord billigte und hunderte deutscher Offiziere das Verbrechen vor Ort aktiv unterstützten. Unter ihnen waren spätere Nazi-Schergen wie Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und einer der Hauptkriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen 1945/46.
Wie auch im vergangenen Jahr begehen wir den Gedenktag in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. an der Hohenzollernbrücke. Das Mahnmal, das dort bereits im vergangenen Jahr errichtet wurde, wird für den Gedenktag erneut vor der Hohenzollernbrücke aufgestellt werden.
Wir erinnern mit unserer Veranstaltung nicht nur an ein historisches Ereignis. Wir wollen darüber hinaus deutlich machen, dass nur eine entschiedene Ächtung der Entwürdigung von Minderheiten und die Einsicht, dass es weder religiöse, nationale noch ethnische Überlegenheit zwischen den Menschen gibt, solche Verbrechen verhindern kann.
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➤ Es singen der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln und Krunk-Chor des Vereins Silva Kaputikian e.V.
➤ Wir würdigen die armenischen Opfer und erinnern an türkische Beamte, die sich den Deportations- und Mordbefehlen verweigert haben.
➤ Georg Restle (Leiter des ARD-Politikmagazins Monitor) wird über die aktuelle Bedeutung von Rassismus und Nationalismus sprechen.
➤ ab 13.00 Uhr können bereits Blumen am Mahnmal niedergelegt werden
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Unterstützt von:
– Armenische Gemeinde Köln e. V.
– Silva Kaputikian e.V.
– Verein EL-DE-Haus e.V.
– Katholisches Bildungswerk Köln
– Melanchthon-Akademie Köln
– Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Köln
– KAVOD e.V.
– Lern- und Gedenkort Jawne
– Jugendclub Courage Köln e.V.
– Tüday – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
– KulturForum TürkeiDeutschland
– recherche international e.V.

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018
Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief
Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.
Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.
Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.
Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.
Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018
Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief
Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.
Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.
Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.
Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.
Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de
Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.
Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.
Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.
Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.
Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)
Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.
Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.


Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.
Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.
Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.
Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.
Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)
Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.
Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.


Radio Köln/Studio ECK e.V.: Mahnmal Genozid an den Armeniern (Audio)
Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«
Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.
Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«
Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.
Kundgebung am 4. Juni 2018 zu Kaiser Wilhelm II.
Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.
Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.
Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.
Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.
Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg
»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018
***
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,
hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.
Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.
Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.
Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?
Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.
Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes
Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg
»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018
***
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,
hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.
Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.
Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.
Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?
Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.
Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes
Kundgebung vor dem Kaiser-Wilhelm- Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Kundgebung am 4. Juni vor dem Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Vor 77 Jahren, am 4. Juni 1941, starb Kaiser Wilhelm II. im Nazi-besetzten Holland eines natürlichen Todes. Er hatte Hunderttausende Tote auf dem Gewissen. Als Oberster Heerführer war er verantwortlich für den Völkermord an den Ovaherero und Nama 1904 bis 1908 im heutigen Namibia und am Völkermord im damaligen Deutsch-Südost-Afrika (heutiges Tansania), dem zwischen 1905 und 1908 bis zu 300.000 Menschen zum Opfer fielen. Mitverantwortung trug er für den Genozid an den Armeniern von 1915-1918.
Wir nehmen den Todestag dieses bis heute nicht geächteten Völkermörders zum Anlass, um die Wiederrichtung des Genozid-Mahnmals zu fordern, das wir am 15. April 2018 in unmittelbarer Nähe zum Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild errichtet hatten und das die Stadtverwaltung Köln am 19. April beseitigen ließ.

Kundgebung am 4. Juni vor dem Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Vor 77 Jahren, am 4. Juni 1941, starb Kaiser Wilhelm II. im Nazi-besetzten Holland eines natürlichen Todes. Er hatte Hunderttausende Tote auf dem Gewissen. Als Oberster Heerführer war er verantwortlich für den Völkermord an den Ovaherero und Nama 1904 bis 1908 im heutigen Namibia und am Völkermord im damaligen Deutsch-Südost-Afrika (heutiges Tansania), dem zwischen 1905 und 1908 bis zu 300.000 Menschen zum Opfer fielen. Mitverantwortung trug er für den Genozid an den Armeniern von 1915-1918.
Wir nehmen den Todestag dieses bis heute nicht geächteten Völkermörders zum Anlass, um die Wiederrichtung des Genozid-Mahnmals zu fordern, das wir am 15. April 2018 in unmittelbarer Nähe zum Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild errichtet hatten und das die Stadtverwaltung Köln am 19. April beseitigen ließ.

TÜDAY Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln
Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln
„Am 15. April 2018 stellte die Initiative „Völkermord Erinnern“ im Anschluss an eine Veranstaltung eine Skulptur auf mit dem Titel »Dieser Schmerz betrifft uns alle«. Das Mahnmal erinnerte an den Völkermord während des 1. Weltkrieges im osmanischen Reich und an die deutsche Beteiligung daran. Die Stadt Köln ließ das Mahnmal vier Tage später entfernen.
Der Umgang der türkischen Regierung und ihr nahestehender Verbände mit dem Genozid besteht bis heute aus Leugnen und Abstreiten. Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Herabwürdigung der Opfer, sondern prägt auch bis heute den Umgang der Türkei mit Minderheiten. Wer sich in Köln für die Anerkennung des Genozids an den Armenier*innen ausspricht, ruft die Reaktion dieser Verbände hervor. Die Aufstellung einer Stele auf dem Brücker Friedhof zum Gedenken an den Genozid ist ein Beispiel für diesen Druck. Regierungsnahe und nationalistische türkische Verbände sorgten trotz Zustimmung über alle Parteien hinweg für einen fünfzehnmonatigen Stillstand im Genehmigungsverfahren. Insgesamt brauchte es fünf Jahre kontinuierlichen Werbens, bis die Stele schließlich aufgestellt wurde.
Wir können nachvollziehen, dass die Initiative „Völkermord Erinnern“ das Mahnmal diesem Druck nicht aussetzen wollte. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass Initiativen, die durch ehrenamtliches Engagement getragen werden, langwierige Genehmigungsverfahren unter solchen Umständen nicht leisten können. Das Erschaffen von Erinnerungsorten allein von solchen Verfahren abhängig zu machen hieße, die Arbeit dieser Initiativen unmöglich zu machen. Wir appellieren an die Stadt Köln, die besonderen Bedingungen dieses Anliegens und die Besonderheit von Initiativenarbeit zu berücksichtigen.
Dass die deutsche Mitverantwortung thematisiert wird, macht deutlich, dass der Genozid an den Armenier*innen auch unabhängig von den hier lebenden Migrant*innen ein deutsches Anliegen ist und in das öffentliche Bewusstsein gehört. Insofern stellt das Mahnmal eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum Kreuzstein auf dem Brücker Friedhof dar. Der von der Initiative gewählte Platz neben dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II wird diesem Umstand gerecht.
Wir verstehen den Wunsch der Stadt Köln, Konflikte im öffentlichen Raum zu vermeiden. Doch in diesem Fall bedeutet diese Konfliktvermeidung, dass diejenigen, die den Genozid an den Armenier*innen leugnen, in ihrer Haltung bestärkt werden und den öffentlichen Raum bestimmen. Eine Vermeidung von Konflikten darf nicht dazu führen, dass Völkermorde im öffentlichen Bewusstsein keinen Platz haben sollen. Es gab in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Anerkennung des Genozids, und auch wenn die offizielle Regierungslinie der Türkei noch immer aus einem Abstreiten besteht, hat sich das Bewusstsein vieler Menschen in dieser Frage gewandelt. Es ist auch im langfristigen Interesse der Stadt Köln, dass dieser Wandel fortgesetzt wird bis aus dem Konflikt eine Verständigung wird.
Der Hinweis auf mangelnde Genehmigungsverfahren ist weder dem Thema noch der besonderen Situation in Köln angemessen und das dauerhafte Entfernen des Mahnmals sendet aus unserer Sicht ein fatales Signal aus. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt Köln das Anliegen der Initiative »Völkermord Erinnern« würdigen und das Mahnmal wieder an seinem Platz aufstellen würde.“
TÜDAY
Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
Türkiye Almanya İnsan Hakları Derneği
Human Rights Association Turkey/Germany
Komeleya Mafên Mirovan Tirkiye/Almanya
Melchiorstraße. 3, 50670 Köln
Tel: +49221724077
Telefax: +4932226483001
Mail:
Web: www.tuday.de – www.facebook.com/Tuday.e.V
Brigitte und Fritz Bilz: Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat
»Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat«
„Die Gräuel der Nazi-Zeit schließen nicht aus, öffentlich an andere Völkermorde zu erinnern, insbesonders wenn wir Deutschen daran beteiligt waren. Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat.“
Brigitte Bilz
(Vorsitzende des Geschichtsvereins Köln-Brück)
Fritz Bilz
(Publizist und Historiker)
kirche-koeln.de: Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die ACK unterstützen Armenier-Mahnmal
Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die ACK unterstützen Armenier-Mahnmal
„Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region unterstützt die Forderung der Armenier nach einem würdigen Gedenkort. „Wir möchten die Stadt Köln ermutigen, den Impuls der Initiative ‚Völkermord erinnern‘ positiv aufzunehmen und baldmöglichst zusammen mit den Initiatoren nach einem angemessenen öffentlichen Ort für das Denkmal zu suchen“, erklärte Pfarrer Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, der zu der Gedenkveranstaltung an der Hohenzollernbrücke gekommen war, betonte: „Der Ort in Sichtweite zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., einer der schlimmsten Antisemiten, der im Deutschen Reich mitverantwortlich für den Völkermord am armenischen Volk und anderer kolonialer Verbrechen war, und in großer Nähe zu der Installation des israelischen Künstlers Dani Karavan ‚Ma’alot‘, die seit 1986 auf subtile Weise an den Holocaust erinnert und Erinnerungsräume zwischen Dom und Deutzer Bahnhof berührt, das war aus meiner Sicht der richtige Standort.“ Auch Bock rief beide Seiten zum konstruktiven Dialog auf. Er freute sich, dass viele Menschen der Einladung gefolgt waren und Blumen an die Stelle legten, an der für kurze Zeit das Mahnmal gestanden hatte. Als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Köln (ACK) legte deren Vorsitzende, die Klettenberger Pfarrerin Susanne Beuth, Blumen nieder: „Die ACK steht an der Seite der Armenier bei ihrem Bemühen um den Gedenkort.“
Belltower.News: »Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals«
Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals
taz: Im Stadtraum ist Erinnerung zu vermeiden
Jürgen Gottschlich: »Stadt Köln verstößt gegen Buchstaben und Geist der Bundestagsresolution«
„Die Stadt Köln hat eine Stele, die an den Genozid an den Armeniern erinnert, vier Tage nach ihrer Einweihung entfernt. […] Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des „hohen Konfliktpotentials“ noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen.“, schreibt Publizist Jürgen Gottschlich.
Armin T. Wegner Gesellschaft: Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln
Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln
„Heute jährt sich zum 103. Mal der Beginn des Genozids an den Armenier*innen. Am 24. April 1915 starteten auf Befehl des jungtürkischen Innenministers Talat Pascha die Deportationen und Massaker an der armenischen Zivilbevölkerung im Osmanischen Reich. Die Verbrechen geschahen mit Wissen, Duldung und teilweiser Unterstützung des Deutschen Reiches, welches mit den jungtürkischen Machthabern verbündet war, und mündeten in die Vertreibung der letzten armenischen Überlebenden in die mesopotamische Wüste, wo sie qualvoll an Durst, Hunger und Erschöpfung starben.
Der deutsche Schriftsteller und Jurist Dr. Armin T. Wegner war zu dieser Zeit als Sanitäter in der Deutsch-Ottomanischen Militärmission und wurde zum Augenzeugen, literarischen und fotografischen Dokumentator und öffentlichen Ankläger der Verbrechen. Für das , was er sah, gab es damals noch kein Wort – Begriffe wie „Völkermord“ oder „Verbrechen gegen die Menschheit“ wurden erst viel später bekannt. Wegner nannte das beispiellose Verbrechen damals hellsichtig „Die Austreibung der Menschheit“ und erinnerte sein ganzes Leben lang öffentlich daran.
In Verbundenheit mit den Armenier*innen weltweit und in Erfüllung von Armin T. Wegners Botschaft und Vermächtnis ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Armin T. Wegner Gesellschaft die ständige Erinnerung an den Genozid, die Solidarität mit den Nachkommen der Opfer und die Überwindung von Verdrängung und Leugnung bei den Nachkommen der Täter.
Dass der deutsche Bundestag sich in seiner Völkermord-Resolution 2016 endlich zu dieser Erinnerung bekannte, und dass er darin ausdrücklich auch auf die Mitverantwortung des Deutschen Reiches hinwies, daran hat auch das stetigen Engagement der Armin T. Wegner Gesellschaft seinen Anteil.
Um so beschämender ist der aktuelle Umgang der Stadt Köln mit diesem Erinnerungsauftrag: [Am 19.04.2018] wurde dort das neue Genozid-Denkmal der Initiative „Völkermord erinnern“ nahe dem Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms II. an der Hohenzollernbrücke – s. beiliegendes Foto – von der Stadt beseitigt. Die „Begründung“ der Kölner Stadtverwaltung ist nicht weniger empörend. Sie schreibt: „Aufgrund des hohen Konfliktpotentials ist eine Erinnerung an den Genozid im öffentlichen Raum generall zu vermeiden.“
Dass das zuständige Kölner Verwaltungsgericht diese Begründung „vollumfänglich“ rechtfertigt, ist ein Skandal! Die Armin T. Wegner Gesellschaft sieht darin – wie die Initiative „Völkermord erinnern“ – eine „erinnerungspolitische Katastrophe“ und schließt sich auch dem zum Thema ausgewiesenen Experten Jürgen Gottschlich an. Der Türkei-Korrespondent der Tageszeitung „taz“ schreibt dort am heutigen Tag dazu: „Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des `hohen Konfliktpotentials`noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen„.
Die Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft ist, durch Erinnerung ohne Hass und durch Verständigung Konflikte zu vermindern und zu überwinden – nicht, vor ihnen davon zu laufen!“
„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“ (Martin Buber / Armin T. Wegner).
Ulrich Klan
(Komponist und Mitgründer der internationalen Armin T. Wegner-Gesellschaft)

Israel Kaunatjike (l.) und Dogan Akhanli (r.)
Kabarettist Hayko Bağdat: »Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern? Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?«
Kabarettist Hayko Bağdat: »Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war!«
Der armenische Autor und Kabarettist Hayko Bağdat ist Pate des Kölner Armenier-Mahnmals. Bağdat stammt aus Istanbul und lebt in Deutschland unter Polizeischutz im Exil. Nachfolgend sein Statement zum Abriss des Mahnmals durch die Stadt Köln:
***
„Wenn ich in Deutschland über die Straßen gehe, stolpere ich manchmal. Manchmal bleibt mein Blick an einem in einem Park aufgestellten Stein haften. Manchmal lese ich auf dem Boden den auf einer Platte gravierten Namen eines ehemaligen Bewohners eines Hauses.
All das ist nur deshalb, damit wir nicht vergessen. Damit wir die Folgen des verdammten Völkermordverbrechens stets vor Augen haben. Wir wollen die Erinnerung eines ermordeten Juden, eines Sinti und Roma, eines Homosexuellen wach halten.
Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern?
Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?
Damit wir vergessen?
Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war! Denn wir haben am 24. April schmerzlicheres zu verarbeiten.“
report-K: Initiative kämpft weiter für Mahnmal, das an Genozid an Armeniern erinnert
Initiative kämpft weiter für Mahnmal, das an Genozid an Armeniern erinnert
Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.
Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.
In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.
Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.
Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.
Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!
L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.
Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.
Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.
Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».
Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.
Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.
Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.
LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!
Um unsere Aktivitäten fortlaufend finanzieren zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Diese sind für Sie steuerabzugsfähig. Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Mahnmal-Stationen
Stationen – Mahnmal im Exil!
Das Mahnmal der Initiative „Völkermord erinnern“, das an den Genozid an den Armeniern erinnert und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind, geht „ins Exil“.
***
Stationen des Mahnmals:
| Datum | Ausstellungsort |
|---|---|
| 17. Januar bis 5. Februar 2020 | Alte Feuerwache (Melchiorstraße 3, 50670 Köln) |
| 5. Februar bis 1. März 2020 | Melanchthon Akademie (Kartäuserwall 24B, 50678 Köln) |
| 1. März bis 7. April 2020 | Lutherkirche (Martin-Luther-Platz 4, 50677 Köln) |
| 7. April bis 26. April 2020 | Rautenstrauch-Joest-Museum (Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln) |
Worum geht es beim Projekt „Mahnmal im Exil“?
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Stationen – Mahnmal im Exil!
Das Mahnmal der Initiative „Völkermord erinnern“, das an den Genozid an den Armeniern erinnert und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind, geht weiter „ins Exil“.
***
Stationen des Mahnmals:
17. Januar bis 5. Februar 2020:
Alte Feuerwache (Melchiorstraße 3, 50670 Köln)
5. Februar bis 1. März 2020:
Melanchthon Akademie (Kartäuserwall 24B, 50678 Köln)
1. März bis 7. April 2020:
Lutherkirche (Martin-Luther-Platz 4, 50677 Köln)
7. April bis 26. April 2020:
Rautenstrauch-Joest-Museum (Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln)
Worum geht es beim Projekt „Mahnmal im Exil“?
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Mahnmal im Exil
Mahnmal im Exil!
Wann? 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr
Wo? Alte Feuerwache, Köln
***
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Der erste Ort, an dem wir es wieder für die Öffentlichkeit erreichbar aufstellen, ist der Hof im Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln (BAF, Melchiorstraße 3-5, 50670 Köln). Wir laden herzlich ein am Samstag, 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr. Um 16 Uhr beginnt dann die Veranstaltung zur Erinnerung an Hrant Dink, den armenischen Journalisten, der 2007 in Istanbul von türkischen Nationalisten ermordet wurde (Großer Saal, u.a. mit Dogan Akhanli, Can Dündar und Berivan Aymaz.
Das Mahnmal wird in der BAF bis zum 7. Februar stehen. In dieser Zeit werden wir u.a. auf einer Filmveranstaltung über die Zielsetzungen und aktuelle Fragen zum Mahnmal berichten.
Mit besten Grüßen
Initiative Völkermord erinnern

Mahnmal im Exil!
Wann? 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr
Wo? Alte Feuerwache, Köln
***
Im April 2018 hat die Initiative „Völkermord erinnern“ ein Mahnmal an der Hohenzollernbrücke, in unmittelbarer Nähe zum Standbild des Völkermörders Kaiser Wilhelm II errichtet. Das Mahnmal erinnert in vier Sprachen an den Genozid an den Armeniern und daran, dass Rassismus und Nationalismus die ideologische Grundlage für derartige staatliche Gewaltverbrechen sind. Es macht auch klar: die zunehmende rassistische und neonazistische Gewalt in Deutschland hat denselben ideologischen Hintergrund.
Da die Stadt Köln sich noch nicht entschieden hat, das Mahnmal am genannten Ort aufzustellen, geht es in den kommenden Monaten „ins Exil“.
Der erste Ort, an dem wir es wieder für die Öffentlichkeit erreichbar aufstellen, ist der Hof im Bürgerzentrum Alte Feuerwache Köln (BAF, Melchiorstraße 3-5, 50670 Köln). Wir laden herzlich ein am Samstag, 18. Januar 2020 um 15.30 Uhr. Um 16 Uhr beginnt dann die Veranstaltung zur Erinnerung an Hrant Dink, den armenischen Journalisten, der 2007 in Istanbul von türkischen Nationalisten ermordet wurde (Großer Saal, u.a. mit Dogan Akhanli, Can Dündar und Berivan Aymaz.
Das Mahnmal wird in der BAF bis zum 7. Februar stehen. In dieser Zeit werden wir u.a. auf einer Filmveranstaltung über die Zielsetzungen und aktuelle Fragen zum Mahnmal berichten.
Mit besten Grüßen
Initiative Völkermord erinnern

Georg Restle: Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern am 24. April 2019 in Köln
Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern von Georg Restle
Georg Restle, Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor
„Die größte Gefahr ist Gleichgültigkeit; nicht zu sehen, dass eine Gefahr überhaupt existiert in Europa. Nein Geschichte wiederholt sich nicht. Aber wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, dem drohen immer neue Tragödien.“
Diese Sätze der Philosophin und Holocaust-Überlebenden Agnes Heller, zeigen, worum es heute auch hier geht. Eben nicht, dass sich Geschichte zu wiederholen droht, sondern dass neue Katastrophen, neue Gräueltaten drohen, wenn wir aus den Lehren unserer Geschichte nicht die richtigen Schlüsse ziehen.
Natürlich gilt das vor allem für das größte aller Menschheitsverbrechen von deutschem Boden aus, den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen, die nicht dem Bild des reinen, gesunden deutschen Volkskörpers entsprachen. Aber es gilt auch für die anderen Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, und dazu gehört der Genozid an den Armeniern ganz sicherlich, der heute vor 104 Jahren seinen furchtbaren Anfang nahm.
Wenn wir uns heute in Deutschland und Europa umschauen, dann scheint es allerdings so, als wären immer größere Teile der Gesellschaften nicht mehr bereit, sich zu erinnern. Nicht an die Menschheitsverbrechen und schon gar nicht an die Ursachen dafür. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich ein völkischer Nationalismus in Europa wieder breit macht, der diese Verbrechen erst möglich gemacht hat? Ein völkischer Nationalismus, der auch hier in Deutschland bis weit in die Mitte der Gesellschaft vordringt und dessen Lautsprecher den Holocaust zur lästigen Fußnote der deutschen Geschichte erklären.
Wenn wir über Erinnerung sprechen, sollten wir aber nicht nur an die Verbrechen erinnern, sondern auch daran, wie solche oder ähnliche Verbrechen für alle Zukunft einmal verhindert werden sollten. Wir sollten uns also an auch an das Instrumentarium erinnern, dass Regierungen und Parlamente sich gegeben haben, eben weil sie die richtigen Lehren ziehen wollten aus den Gräueltaten des 20. Jahrhunderts:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ so steht es in Artikel 1 Grundgesetz.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Artikel 2 Grundgesetz
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Artikel 3 Grundgesetz
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Artikel 4 Grundgesetz
Warum ich das so ausführlich erwähne? Nein, nicht nur, weil das Grundgesetz dieses Jahr 70 Jahre alt wird. Sondern weil es vor allem diese Grundrechte sind, die gewährleisten sollten, dass sich ein völkischer Nationalismus nicht wieder breit macht, der Menschen aussortiert, weil sie den falschen Glauben, die falsche Herkunft oder die falsche „Rasse“ haben. Es sind vor allem diese Grundrechte, die übrigens für alle gelten, nicht nur für Deutsche. Und die nicht nur in Deutschland gelten, sondern im Kern auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt wurden – und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:
„Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“.
Allerdings scheint es, als seien diese zentralen Menschenrechte beileibe nicht mehr das, was sie eigentlich sein sollten: eine universelle, eine humanistische Selbstverständlichkeit.
Es ist wichtig, heute und hier daran zu erinnern, eben weil diese verfassungs- und völkerrechtlichen Postulate in einer immer größer werdenden Diskrepanz stehen zu den politischen Realitäten, auch und vor allem in Europa. Der chauvinistische, völkische Nationalismus, der gerade wieder sein hässliches Haupt in ganz Europa erhebt, ist nämlich immer ausgrenzend, immer rassistisch, immer freiheitsfeindlich. Weil er sich gegen elementare Grundrechte richtet, gegen das Diskriminierungsverbot, die Religionsfreiheit – ja, und damit natürlich auch gegen die Menschenwürde, die alle Menschenrechte umfasst. Und wenn wir von Europa sprechen, dann reden wir längst nicht mehr über rechtsextremistische Splittergruppen, sondern über Parteien, die immer zahlreicher in Parlamenten und Regierungen sitzen wie in Österreich, Italien, Ungarn oder Polen, und die diesen menschenrechtlichen Konsens aufbrechen wollen, soweit sie ihn nicht schon längst aufgebrochen haben. Weil sie Grundrechte nur noch für ihresgleichen gelten lassen wollen, weil sie Nation immer völkisch homogen definieren. Dass alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren seien, gilt dann nicht mehr; in diesem völkisch-nationalistischen Denken ist die Benachteiligung nach Herkunft, Glauben oder das, was Rasse genannt wird, geradezu konstitutiv.
Was das in der Praxis heißt, sehen wir längst: In Italien, wo viele Flüchtlinge rechtslos gestellt werden, ihnen nicht mal Unterkunft oder eine medizinische Notversorgung garantiert wird. In Ungarn oder Polen, wo die Religionsfreiheit quasi nur noch für Christen gelten soll; keinesfalls aber für Muslime. Und ja, auch in Deutschland, wo immer schärfere Gesetze aus Flüchtlingen Menschen zweiter Klasse machen. Alle „gleich an Würde und Rechten geboren“. Aber manche eben ein bisschen gleicher als andere. Und die anderen ertrinken immer noch im Mittelmeer oder werden von uns in die Folterkeller Libyens zurückgeschickt.
Es ist diese Politik, dieses Denken von einem homogenen Volkskörper, das den Keim der Ausgrenzung und der Ausmerzung in sich trägt. Wohin das führt, hat uns das letzte Jahrhundert gelehrt, als Eugenik, Antisemitismus und Rassismus in diesem Land zur Staatsdoktrin wurden. Wo Menschen erst zu Volksfeinden erklärt wurden, um sie dann zu morden. Und deshalb ist es so wichtig heute daran zu erinnern, worauf auch dieser Staat sich gründet. Und dass der Kampf gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Ausgrenzung und Ausmerzung immer und zuallererst ein Kampf für die universellen Menschenrechte sein muss. Wer das nicht begreift, auch der ist am Ende dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und neue Tragödien, neue Menschheitsverbrechen zu gebären, die zu verhindern unser aller Auftrag sein muss.
Rede zum Gedenktag des Genozids an den Armeniern von Georg Restle
Georg Restle, Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor
„Die größte Gefahr ist Gleichgültigkeit; nicht zu sehen, dass eine Gefahr überhaupt existiert in Europa. Nein Geschichte wiederholt sich nicht. Aber wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, dem drohen immer neue Tragödien.“
Diese Sätze der Philosophin und Holocaust-Überlebenden Agnes Heller, zeigen, worum es heute auch hier geht. Eben nicht, dass sich Geschichte zu wiederholen droht, sondern dass neue Katastrophen, neue Gräueltaten drohen, wenn wir aus den Lehren unserer Geschichte nicht die richtigen Schlüsse ziehen.
Natürlich gilt das vor allem für das größte aller Menschheitsverbrechen von deutschem Boden aus, den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und allen anderen, die nicht dem Bild des reinen, gesunden deutschen Volkskörpers entsprachen. Aber es gilt auch für die anderen Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, und dazu gehört der Genozid an den Armeniern ganz sicherlich, der heute vor 104 Jahren seinen furchtbaren Anfang nahm.
Wenn wir uns heute in Deutschland und Europa umschauen, dann scheint es allerdings so, als wären immer größere Teile der Gesellschaften nicht mehr bereit, sich zu erinnern. Nicht an die Menschheitsverbrechen und schon gar nicht an die Ursachen dafür. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich ein völkischer Nationalismus in Europa wieder breit macht, der diese Verbrechen erst möglich gemacht hat? Ein völkischer Nationalismus, der auch hier in Deutschland bis weit in die Mitte der Gesellschaft vordringt und dessen Lautsprecher den Holocaust zur lästigen Fußnote der deutschen Geschichte erklären.
Wenn wir über Erinnerung sprechen, sollten wir aber nicht nur an die Verbrechen erinnern, sondern auch daran, wie solche oder ähnliche Verbrechen für alle Zukunft einmal verhindert werden sollten. Wir sollten uns also an auch an das Instrumentarium erinnern, dass Regierungen und Parlamente sich gegeben haben, eben weil sie die richtigen Lehren ziehen wollten aus den Gräueltaten des 20. Jahrhunderts:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ so steht es in Artikel 1 Grundgesetz.
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Artikel 2 Grundgesetz
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Artikel 3 Grundgesetz
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Artikel 4 Grundgesetz
Warum ich das so ausführlich erwähne? Nein, nicht nur, weil das Grundgesetz dieses Jahr 70 Jahre alt wird. Sondern weil es vor allem diese Grundrechte sind, die gewährleisten sollten, dass sich ein völkischer Nationalismus nicht wieder breit macht, der Menschen aussortiert, weil sie den falschen Glauben, die falsche Herkunft oder die falsche „Rasse“ haben. Es sind vor allem diese Grundrechte, die übrigens für alle gelten, nicht nur für Deutsche. Und die nicht nur in Deutschland gelten, sondern im Kern auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt wurden – und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:
„Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten geboren“.
Allerdings scheint es, als seien diese zentralen Menschenrechte beileibe nicht mehr das, was sie eigentlich sein sollten: eine universelle, eine humanistische Selbstverständlichkeit.
Es ist wichtig, heute und hier daran zu erinnern, eben weil diese verfassungs- und völkerrechtlichen Postulate in einer immer größer werdenden Diskrepanz stehen zu den politischen Realitäten, auch und vor allem in Europa. Der chauvinistische, völkische Nationalismus, der gerade wieder sein hässliches Haupt in ganz Europa erhebt, ist nämlich immer ausgrenzend, immer rassistisch, immer freiheitsfeindlich. Weil er sich gegen elementare Grundrechte richtet, gegen das Diskriminierungsverbot, die Religionsfreiheit – ja, und damit natürlich auch gegen die Menschenwürde, die alle Menschenrechte umfasst. Und wenn wir von Europa sprechen, dann reden wir längst nicht mehr über rechtsextremistische Splittergruppen, sondern über Parteien, die immer zahlreicher in Parlamenten und Regierungen sitzen wie in Österreich, Italien, Ungarn oder Polen, und die diesen menschenrechtlichen Konsens aufbrechen wollen, soweit sie ihn nicht schon längst aufgebrochen haben. Weil sie Grundrechte nur noch für ihresgleichen gelten lassen wollen, weil sie Nation immer völkisch homogen definieren. Dass alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren seien, gilt dann nicht mehr; in diesem völkisch-nationalistischen Denken ist die Benachteiligung nach Herkunft, Glauben oder das, was Rasse genannt wird, geradezu konstitutiv.
Was das in der Praxis heißt, sehen wir längst: In Italien, wo viele Flüchtlinge rechtslos gestellt werden, ihnen nicht mal Unterkunft oder eine medizinische Notversorgung garantiert wird. In Ungarn oder Polen, wo die Religionsfreiheit quasi nur noch für Christen gelten soll; keinesfalls aber für Muslime. Und ja, auch in Deutschland, wo immer schärfere Gesetze aus Flüchtlingen Menschen zweiter Klasse machen. Alle „gleich an Würde und Rechten geboren“. Aber manche eben ein bisschen gleicher als andere. Und die anderen ertrinken immer noch im Mittelmeer oder werden von uns in die Folterkeller Libyens zurückgeschickt.
Es ist diese Politik, dieses Denken von einem homogenen Volkskörper, das den Keim der Ausgrenzung und der Ausmerzung in sich trägt. Wohin das führt, hat uns das letzte Jahrhundert gelehrt, als Eugenik, Antisemitismus und Rassismus in diesem Land zur Staatsdoktrin wurden. Wo Menschen erst zu Volksfeinden erklärt wurden, um sie dann zu morden. Und deshalb ist es so wichtig heute daran zu erinnern, worauf auch dieser Staat sich gründet. Und dass der Kampf gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Ausgrenzung und Ausmerzung immer und zuallererst ein Kampf für die universellen Menschenrechte sein muss. Wer das nicht begreift, auch der ist am Ende dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und neue Tragödien, neue Menschheitsverbrechen zu gebären, die zu verhindern unser aller Auftrag sein muss.
Domradio.de: Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern (Video)
Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern
Gedenken an die Opfer des Genozids an den Armeniern
Kölnische Rundschau: Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Initiative „Völkermord erinnern“ Chorgesänge für armenische Opfer am Mahnmal am Dom
Gedenkveranstaltung zum Genozid an den Armeniern am 24. April
Dieser Schmerz betrifft uns alle
In den Jahren 1915 bis 1917 – während des 1. Weltkriegs – wurden im osmanischen Reich weit über eine Million armenischer Kinder, Frauen und Männer systematisch ermordet. Dieser Genozid an der armenischen Bevölkerung geschah auf dem Gebiet der heutigen Türkei. In Deutschland ist nahezu unbekannt, dass Kaiser Wilhelm II. den Völkermord billigte und hunderte deutscher Offiziere das Verbrechen vor Ort aktiv unterstützten. Unter ihnen waren spätere Nazi-Schergen wie Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und einer der Hauptkriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen 1945/46.
Wie auch im vergangenen Jahr begehen wir den Gedenktag in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. an der Hohenzollernbrücke. Das Mahnmal, das dort bereits im vergangenen Jahr errichtet wurde, wird für den Gedenktag erneut vor der Hohenzollernbrücke aufgestellt werden.
Wir erinnern mit unserer Veranstaltung nicht nur an ein historisches Ereignis. Wir wollen darüber hinaus deutlich machen, dass nur eine entschiedene Ächtung der Entwürdigung von Minderheiten und die Einsicht, dass es weder religiöse, nationale noch ethnische Überlegenheit zwischen den Menschen gibt, solche Verbrechen verhindern kann.
–––––––––––––––––––––––––––
➤ Es singen der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln und Krunk-Chor des Vereins Silva Kaputikian e.V.
➤ Wir würdigen die armenischen Opfer und erinnern an türkische Beamte, die sich den Deportations- und Mordbefehlen verweigert haben.
➤ Georg Restle (Leiter des ARD-Politikmagazins Monitor) wird über die aktuelle Bedeutung von Rassismus und Nationalismus sprechen.
➤ ab 13.00 Uhr können bereits Blumen am Mahnmal niedergelegt werden
–––––––––––––––––––––––––––
Unterstützt von:
– Armenische Gemeinde Köln e. V.
– Silva Kaputikian e.V.
– Verein EL-DE-Haus e.V.
– Katholisches Bildungswerk Köln
– Melanchthon-Akademie Köln
– Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Köln
– KAVOD e.V.
– Lern- und Gedenkort Jawne
– Jugendclub Courage Köln e.V.
– Tüday – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
– KulturForum TürkeiDeutschland
– recherche international e.V.

Dieser Schmerz betrifft uns alle
In den Jahren 1915 bis 1917 – während des 1. Weltkriegs – wurden im osmanischen Reich weit über eine Million armenischer Kinder, Frauen und Männer systematisch ermordet. Dieser Genozid an der armenischen Bevölkerung geschah auf dem Gebiet der heutigen Türkei. In Deutschland ist nahezu unbekannt, dass Kaiser Wilhelm II. den Völkermord billigte und hunderte deutscher Offiziere das Verbrechen vor Ort aktiv unterstützten. Unter ihnen waren spätere Nazi-Schergen wie Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und einer der Hauptkriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen 1945/46.
Wie auch im vergangenen Jahr begehen wir den Gedenktag in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II. an der Hohenzollernbrücke. Das Mahnmal, das dort bereits im vergangenen Jahr errichtet wurde, wird für den Gedenktag erneut vor der Hohenzollernbrücke aufgestellt werden.
Wir erinnern mit unserer Veranstaltung nicht nur an ein historisches Ereignis. Wir wollen darüber hinaus deutlich machen, dass nur eine entschiedene Ächtung der Entwürdigung von Minderheiten und die Einsicht, dass es weder religiöse, nationale noch ethnische Überlegenheit zwischen den Menschen gibt, solche Verbrechen verhindern kann.
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➤ Es singen der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln und Krunk-Chor des Vereins Silva Kaputikian e.V.
➤ Wir würdigen die armenischen Opfer und erinnern an türkische Beamte, die sich den Deportations- und Mordbefehlen verweigert haben.
➤ Georg Restle (Leiter des ARD-Politikmagazins Monitor) wird über die aktuelle Bedeutung von Rassismus und Nationalismus sprechen.
➤ ab 13.00 Uhr können bereits Blumen am Mahnmal niedergelegt werden
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Unterstützt von:
– Armenische Gemeinde Köln e. V.
– Silva Kaputikian e.V.
– Verein EL-DE-Haus e.V.
– Katholisches Bildungswerk Köln
– Melanchthon-Akademie Köln
– Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Köln
– KAVOD e.V.
– Lern- und Gedenkort Jawne
– Jugendclub Courage Köln e.V.
– Tüday – Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
– KulturForum TürkeiDeutschland
– recherche international e.V.

Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018
Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief
Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.
Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.
Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.
Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.
Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal? Veranstaltung im Domforum am 26.10. 2018
Ein Beitrag aus dem Elde-Haus-Rundbrief
Die Zahl und Prominenz der Gruppen, die zur Veranstaltung am 26. Oktober um 17 Uhr ins Domforum eingeladen hatten, war beeindruckend. Neben den Initiator*innen des Mahnmals, der Initiative „Völkermord erinnern“, waren das die Melanchthon-Akademie, das Katholische Bildungswerk, das KulturForum Türkei Deutschland, der Jugendclub Courage und der Elde-Haus-Verein.
Der Saal des Domforums war trotz der frühen Stunde gut gefüllt, draußen vor der Tür begrüßte die von einem Granatapfel gekrönte dreieckige Stele die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer das Mahnmal noch nicht kannte, konnte noch einmal die Inschrift studieren, die die deutsche Mittäterschaft am Genozid an den Armeniern verurteilt und Nationalismus und Rassismus als die Grundübel benennt, aus denen Kriege und Völkermorde erwachsen können.
Ein hochaktuelle Mahnung also, die sich auch durch die Beiträge des Podiums und viele Wortmeldungen des Publikums zog. Ciler Firtina vom Elde-Haus-Vereinsvorstand und die Roma-Aktivistin Hasiba Dzemajlji machten auf dem Podium überdies deutlich, dass zivilgesellschaftliches Engagement entscheidend dafür ist, wie und wie nachdrücklich eine Gesellschaft die Erinnerung an Staatsverbrechen wach hält. Nicht nur das NS-Dokumentationszentrum in Köln sei durch Aktionen zivilen Ungehorsams entstanden (Ciler), auch das zentrale Berliner Mahnmal, das an den Genozid an den Roma und Sinti erinnert, wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Organisationen wie dem Zentralrat der Roma und Sinti niemals realisiert worden (Dzemajlji). Dass die Stadtoffiziellen in Köln bislang keine Bereitschaft zeigen, das Mahnmal wieder zu errichten, das sie am 19. April abbauen ließen, nehme insofern nicht wunder, meinte Maria Baumeister von der Initiative „Völkermord erinnern“. Dennoch entbehre es nicht einer politischen Tragik, wenn Verwaltung und Rat sich trotz des breiten Bündnisses der Zivilgesellschaft für dieses Mahnmal weigerten, von ihrer alten Position abzurücken.
Wie wichtig die Erinnerung im öffentlichen Raum an diesen Völkermord ist, der im übrigen Nazideutschland als „Blaupause“ für die Shoah gedient hat, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Denn die so wichtige Frage, ob wir nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung des öffentlichen Erinnerns haben, wurde durch die Einlassung eines Teilnehmers besonders drastisch beantwortet. Seine Behauptung, ein Massenmord an den Armeniern habe nie stattgefunden, löste Empörung aus, saßen doch zahlreiche Nachfahren eben dieser Opfer im selben Raum. Die Diskussion konzentrierte sich nach der Zurückweisung dieser Leugnung im weiteren auf Vorschläge, wie das Mahnmal und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Nationalismus, die es anregt, in der Stadt weiter vorangebracht werden kann.
Als unmittelbar praktische Folge zog nach Abschluss der Veranstaltung ein Großteil der Anwesenden mit dem Mahnmal (dessen 260 Kilo waren auf untergeschweißten Rädern gut zu bewegen) auf seinen alten Platz an der Hohenzollernbrücke und gedachte dort unter musikalischen Beiträgen einer Violinistin und eines Duduk-Spielers der Opfer.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ freut sich über Vorschläge, wann und wo das Mahnmal temporär aufgestellt werden soll. Anregungen bitte über die Kontaktdaten auf der Website www.voelkermord-erinnern.de
Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.
Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.
Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.
Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.
Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)
Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.
Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.


Erinnern im öffentlichen Raum: Wie weiter mit dem Kölner Mahnmal?
Das Kölner Mahnmal, „Dieser Schmerz betrifft uns alle“, zur Erinnerung an den Genozid an den Armeniern und an die deutsche Mitverantwortung an diesem Verbrechen wartet auf seine erneute Aufstellung im öffentlichen Raum. Im April stand es vier Tage lang in unmittelbarer Nähe zum Völkermörder und Antisemiten Kaiser Wilhelm II an der Hohenzollernbrücke. Wesentliche zivilgesellschaftliche Organisationen der Stadt, die Kirchen, zahlreiche Prominente und viele Kölnerinnen und Kölner haben das Mahnmal begrüßt. Die Stadtverwaltung hat es dennoch abbauen lassen.
Das Mahnmal ächtet in einer Inschrift auf armenisch, deutsch, türkisch und englisch Rassismus und Nationalismus als eine Ursache von Völkermorden.
Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern zur „Erinnerung im öffentlichen Raum“ waren in Köln dann erfolgreich, wenn darüber eine breite gesellschaftliche Diskussion geführt wurde. Wir wollen über die aktuellen Kontroversen zum Genozid-Mahnmal diskutieren und dazu auch auf die Erfahrungen aus anderen Städten zurückgreifen.
Wir laden für Freitag, den 26. Oktober, um 17:00 Uhr ins Domforum (Domkloster 3, 50667 Köln) ein, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll mit dem Kölner Mahnmal. Das Mahnmal ist an diesem Abend im Domforum ausgestellt.
Es diskutieren:
• Ciler Firtina (Verein EL-DE-Haus e.V.)
• Hasiba Dzemajlji (Roma-Aktivistin)
• Maria Baumeister (Initiative Völkermord erinnern)
Mit einem Beitrag aus Genf zum Genfer Genozid-Mahnmal.
Unterstützt wird die Veranstaltung vom Katholischen Bildungswerk Köln, der Melanchthon-Akademie, dem EL-DE-Haus Verein, dem KulturForum Türkei Deutschland und dem Jugendclub Courage Köln e.V.


Radio Köln/Studio ECK e.V.: Mahnmal Genozid an den Armeniern (Audio)
Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«
Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.
Radiobeitrag »Mahnmal Genozid an den Armeniern«
Die Initiative „Völkermord erinnern“ enthüllte Mitte April an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke eine Skulptur, die an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 – und die deutsche Beteiligung daran – erinnern soll.
Die dreiseitige Stahlpyramide, auf deren Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht, trägt den Titel „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ und wurde sehr prominent platziert: Zwischen dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm dem II. und dem Environment Ma’alot des israelischen Landart-Künstlers Dani Karavan. Christina Löw sprach mit Martin Bock, dem Leiter der Melanchthon-Akademie über das Mahnmal, das bereits nach nur vier Tagen von der Stadt Köln abgerissen wurde.
Kundgebung am 4. Juni 2018 zu Kaiser Wilhelm II.
Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.
Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.
Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

Kundgebung am 4. Juni 2018 zum Todestag von Kaiser Wilhelm II.
Am 4. Juni 2018 jährte sich zum 77. Mal der Tod des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1941 verschied auf unverdient friedliche Weise dieser Herrscher, der in den Kolonien „Deutsch-Südwest“ (heutiges Namibia) und „Südost“ (u.a. das heutige Tanzania) zwei Völkermorde befehligt hat. Außerdem war sein Regime mit über 600 Offizieren am Völkermord an den Armeniern im damaligen Osmanischen Reich beteiligt. Wilhelm II. war ein Militarist, ein Antisemit und ein übler Rassist, der es wahrlich nicht verdient hat, dass die Stadt Köln seiner ehrenvoll gedenkt.
Die Initiative „Völkermord erinnern“ hat an diesem Tag das Reiterstandbild Wilhelms II. mit einem Transparent versehen und den Dokumentarfilm „AGHET – Ein Völkermord“ auf dem Sockel des Standbilds gezeigt.
Wir haben außerdem unsere Forderung vorgetragen, das am 15. April in unmittelbarer Nähe zum Reiterstandbild errichtete Genozid-Mahnmal nach seinem Abriss durch die Stadtverwaltung Köln genau an diesem Ort wieder aufzubauen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wurden zwanzig Statements von Organisationen und Einzelpersonen verlesen, die sich diese Forderung zu eigen gemacht haben. Nachzulesen sind sie auf unserer Homepage unter den Rubriken Pat*innen und Unterstützer.

Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg
»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018
***
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,
hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.
Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.
Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.
Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?
Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.
Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes
Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg protestieren gegen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Henriette Reker
„DODECAPOLIS“ …Pontischen Vereine aus Baden-Württemberg
»Die mutige Anerkennung eines i n der Vergangenheit verübten Völkermordes (wie die Anerkennung des Holocaust von Deutschland) ist heute keine Bedrohung, sondern Ehre, für das Land das den Völkermord zugibt, und tendenziell beschwichtigt es die Nachkommen der überlebenden Opfer und stärkt den Frieden.!« Prof. Dr. Enepekidis, Stuttgart 20.04.2018
***
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker,
hiermit protestieren wir schriftlich gegen den Entschluss der Stadt Köln das Mahnmal des armenischen Völkermordes vom Heinrich-Böll-Platz zu entfernen.
Wir verheimlichen nicht dass wir als Bürger dieses Staates uns moralisch dazu verpflichtet fühlen in unserer öffentlichen Gesellschaft gemeinsam daran zu arbeiten damit sich die schwarzen Seiten unserer Geschichte nicht wiederholen werden. Die kommenden Generationen sollen nicht das Drama des Genozids erleben. Wir, aus unserer Seite, treiben immer die Werte des Respekts, des Friedens und der Nicht-Gewalt voran.
Dieses Denkmal das vor weiteren Gewalt-und Verbrechenstaten mahnen wird, bildet zusammen mit dem kollektiven Gedenken und die Sicherung der Abkommen den besten Tribut den wir an alle Opfer der Verbrechen gegen die Menschheit zollen können.
Jedesmal wenn eine Gewalttat leider begangen wird und wir nicht darüber sprechen, begegnen wir eine Hekatombe einer Schande. Jedesmal wenn wir für die Vergessenheit Platz machen oder den Blick von den Bestialitäten abwenden, passiert das nächste Massaker. Wer erinnert sich noch an den armenischen Völkermord? An den Völkermord der Pontosgriechen oder den der Assyrer? Wer denkt noch an die Invasion der Türken auf Zypern 1974? Den Genozid an Jesiden oder in Afrin in unseren Tagen?
Sehr verehrte Frau Henriette Reker, der Frieden darf nicht auf den Grundlagen der Vergessenheit geschaffen werden. Wir schließen Frieden indem wir als Menschen, als Gesellschaft, als Völker und als Staat die gleichen Fehler vermeiden können.
Die einzige Gewährleistung ist diese Ziele zu erreichen.
Im Namen der Vereine der Pontosgriechen in Baden-Württemberg.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ioannis Moisidis – Eleni Sidiropoulou – Ioannis Intzes
Kundgebung vor dem Kaiser-Wilhelm- Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Kundgebung am 4. Juni vor dem Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Vor 77 Jahren, am 4. Juni 1941, starb Kaiser Wilhelm II. im Nazi-besetzten Holland eines natürlichen Todes. Er hatte Hunderttausende Tote auf dem Gewissen. Als Oberster Heerführer war er verantwortlich für den Völkermord an den Ovaherero und Nama 1904 bis 1908 im heutigen Namibia und am Völkermord im damaligen Deutsch-Südost-Afrika (heutiges Tansania), dem zwischen 1905 und 1908 bis zu 300.000 Menschen zum Opfer fielen. Mitverantwortung trug er für den Genozid an den Armeniern von 1915-1918.
Wir nehmen den Todestag dieses bis heute nicht geächteten Völkermörders zum Anlass, um die Wiederrichtung des Genozid-Mahnmals zu fordern, das wir am 15. April 2018 in unmittelbarer Nähe zum Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild errichtet hatten und das die Stadtverwaltung Köln am 19. April beseitigen ließ.

Kundgebung am 4. Juni vor dem Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild Hohenzollernbrücke
Vor 77 Jahren, am 4. Juni 1941, starb Kaiser Wilhelm II. im Nazi-besetzten Holland eines natürlichen Todes. Er hatte Hunderttausende Tote auf dem Gewissen. Als Oberster Heerführer war er verantwortlich für den Völkermord an den Ovaherero und Nama 1904 bis 1908 im heutigen Namibia und am Völkermord im damaligen Deutsch-Südost-Afrika (heutiges Tansania), dem zwischen 1905 und 1908 bis zu 300.000 Menschen zum Opfer fielen. Mitverantwortung trug er für den Genozid an den Armeniern von 1915-1918.
Wir nehmen den Todestag dieses bis heute nicht geächteten Völkermörders zum Anlass, um die Wiederrichtung des Genozid-Mahnmals zu fordern, das wir am 15. April 2018 in unmittelbarer Nähe zum Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild errichtet hatten und das die Stadtverwaltung Köln am 19. April beseitigen ließ.

TÜDAY Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln
Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln
„Am 15. April 2018 stellte die Initiative „Völkermord Erinnern“ im Anschluss an eine Veranstaltung eine Skulptur auf mit dem Titel »Dieser Schmerz betrifft uns alle«. Das Mahnmal erinnerte an den Völkermord während des 1. Weltkrieges im osmanischen Reich und an die deutsche Beteiligung daran. Die Stadt Köln ließ das Mahnmal vier Tage später entfernen.
Der Umgang der türkischen Regierung und ihr nahestehender Verbände mit dem Genozid besteht bis heute aus Leugnen und Abstreiten. Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Herabwürdigung der Opfer, sondern prägt auch bis heute den Umgang der Türkei mit Minderheiten. Wer sich in Köln für die Anerkennung des Genozids an den Armenier*innen ausspricht, ruft die Reaktion dieser Verbände hervor. Die Aufstellung einer Stele auf dem Brücker Friedhof zum Gedenken an den Genozid ist ein Beispiel für diesen Druck. Regierungsnahe und nationalistische türkische Verbände sorgten trotz Zustimmung über alle Parteien hinweg für einen fünfzehnmonatigen Stillstand im Genehmigungsverfahren. Insgesamt brauchte es fünf Jahre kontinuierlichen Werbens, bis die Stele schließlich aufgestellt wurde.
Wir können nachvollziehen, dass die Initiative „Völkermord Erinnern“ das Mahnmal diesem Druck nicht aussetzen wollte. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass Initiativen, die durch ehrenamtliches Engagement getragen werden, langwierige Genehmigungsverfahren unter solchen Umständen nicht leisten können. Das Erschaffen von Erinnerungsorten allein von solchen Verfahren abhängig zu machen hieße, die Arbeit dieser Initiativen unmöglich zu machen. Wir appellieren an die Stadt Köln, die besonderen Bedingungen dieses Anliegens und die Besonderheit von Initiativenarbeit zu berücksichtigen.
Dass die deutsche Mitverantwortung thematisiert wird, macht deutlich, dass der Genozid an den Armenier*innen auch unabhängig von den hier lebenden Migrant*innen ein deutsches Anliegen ist und in das öffentliche Bewusstsein gehört. Insofern stellt das Mahnmal eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum Kreuzstein auf dem Brücker Friedhof dar. Der von der Initiative gewählte Platz neben dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II wird diesem Umstand gerecht.
Wir verstehen den Wunsch der Stadt Köln, Konflikte im öffentlichen Raum zu vermeiden. Doch in diesem Fall bedeutet diese Konfliktvermeidung, dass diejenigen, die den Genozid an den Armenier*innen leugnen, in ihrer Haltung bestärkt werden und den öffentlichen Raum bestimmen. Eine Vermeidung von Konflikten darf nicht dazu führen, dass Völkermorde im öffentlichen Bewusstsein keinen Platz haben sollen. Es gab in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Anerkennung des Genozids, und auch wenn die offizielle Regierungslinie der Türkei noch immer aus einem Abstreiten besteht, hat sich das Bewusstsein vieler Menschen in dieser Frage gewandelt. Es ist auch im langfristigen Interesse der Stadt Köln, dass dieser Wandel fortgesetzt wird bis aus dem Konflikt eine Verständigung wird.
Der Hinweis auf mangelnde Genehmigungsverfahren ist weder dem Thema noch der besonderen Situation in Köln angemessen und das dauerhafte Entfernen des Mahnmals sendet aus unserer Sicht ein fatales Signal aus. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt Köln das Anliegen der Initiative »Völkermord Erinnern« würdigen und das Mahnmal wieder an seinem Platz aufstellen würde.“
TÜDAY
Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
Türkiye Almanya İnsan Hakları Derneği
Human Rights Association Turkey/Germany
Komeleya Mafên Mirovan Tirkiye/Almanya
Melchiorstraße. 3, 50670 Köln
Tel: +49221724077
Telefax: +4932226483001
Mail:
Web: www.tuday.de – www.facebook.com/Tuday.e.V
Brigitte und Fritz Bilz: Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat
»Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat«
„Die Gräuel der Nazi-Zeit schließen nicht aus, öffentlich an andere Völkermorde zu erinnern, insbesonders wenn wir Deutschen daran beteiligt waren. Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat.“
Brigitte Bilz
(Vorsitzende des Geschichtsvereins Köln-Brück)
Fritz Bilz
(Publizist und Historiker)
kirche-koeln.de: Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die ACK unterstützen Armenier-Mahnmal
Evangelische Kirchenverband Köln und Region und die ACK unterstützen Armenier-Mahnmal
„Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region unterstützt die Forderung der Armenier nach einem würdigen Gedenkort. „Wir möchten die Stadt Köln ermutigen, den Impuls der Initiative ‚Völkermord erinnern‘ positiv aufzunehmen und baldmöglichst zusammen mit den Initiatoren nach einem angemessenen öffentlichen Ort für das Denkmal zu suchen“, erklärte Pfarrer Rolf Domning, Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, der zu der Gedenkveranstaltung an der Hohenzollernbrücke gekommen war, betonte: „Der Ort in Sichtweite zum Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., einer der schlimmsten Antisemiten, der im Deutschen Reich mitverantwortlich für den Völkermord am armenischen Volk und anderer kolonialer Verbrechen war, und in großer Nähe zu der Installation des israelischen Künstlers Dani Karavan ‚Ma’alot‘, die seit 1986 auf subtile Weise an den Holocaust erinnert und Erinnerungsräume zwischen Dom und Deutzer Bahnhof berührt, das war aus meiner Sicht der richtige Standort.“ Auch Bock rief beide Seiten zum konstruktiven Dialog auf. Er freute sich, dass viele Menschen der Einladung gefolgt waren und Blumen an die Stelle legten, an der für kurze Zeit das Mahnmal gestanden hatte. Als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Köln (ACK) legte deren Vorsitzende, die Klettenberger Pfarrerin Susanne Beuth, Blumen nieder: „Die ACK steht an der Seite der Armenier bei ihrem Bemühen um den Gedenkort.“
Belltower.News: »Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals«
Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals
taz: Im Stadtraum ist Erinnerung zu vermeiden
Jürgen Gottschlich: »Stadt Köln verstößt gegen Buchstaben und Geist der Bundestagsresolution«
„Die Stadt Köln hat eine Stele, die an den Genozid an den Armeniern erinnert, vier Tage nach ihrer Einweihung entfernt. […] Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des „hohen Konfliktpotentials“ noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen.“, schreibt Publizist Jürgen Gottschlich.
Armin T. Wegner Gesellschaft: Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln
Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln
„Heute jährt sich zum 103. Mal der Beginn des Genozids an den Armenier*innen. Am 24. April 1915 starteten auf Befehl des jungtürkischen Innenministers Talat Pascha die Deportationen und Massaker an der armenischen Zivilbevölkerung im Osmanischen Reich. Die Verbrechen geschahen mit Wissen, Duldung und teilweiser Unterstützung des Deutschen Reiches, welches mit den jungtürkischen Machthabern verbündet war, und mündeten in die Vertreibung der letzten armenischen Überlebenden in die mesopotamische Wüste, wo sie qualvoll an Durst, Hunger und Erschöpfung starben.
Der deutsche Schriftsteller und Jurist Dr. Armin T. Wegner war zu dieser Zeit als Sanitäter in der Deutsch-Ottomanischen Militärmission und wurde zum Augenzeugen, literarischen und fotografischen Dokumentator und öffentlichen Ankläger der Verbrechen. Für das , was er sah, gab es damals noch kein Wort – Begriffe wie „Völkermord“ oder „Verbrechen gegen die Menschheit“ wurden erst viel später bekannt. Wegner nannte das beispiellose Verbrechen damals hellsichtig „Die Austreibung der Menschheit“ und erinnerte sein ganzes Leben lang öffentlich daran.
In Verbundenheit mit den Armenier*innen weltweit und in Erfüllung von Armin T. Wegners Botschaft und Vermächtnis ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Armin T. Wegner Gesellschaft die ständige Erinnerung an den Genozid, die Solidarität mit den Nachkommen der Opfer und die Überwindung von Verdrängung und Leugnung bei den Nachkommen der Täter.
Dass der deutsche Bundestag sich in seiner Völkermord-Resolution 2016 endlich zu dieser Erinnerung bekannte, und dass er darin ausdrücklich auch auf die Mitverantwortung des Deutschen Reiches hinwies, daran hat auch das stetigen Engagement der Armin T. Wegner Gesellschaft seinen Anteil.
Um so beschämender ist der aktuelle Umgang der Stadt Köln mit diesem Erinnerungsauftrag: [Am 19.04.2018] wurde dort das neue Genozid-Denkmal der Initiative „Völkermord erinnern“ nahe dem Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms II. an der Hohenzollernbrücke – s. beiliegendes Foto – von der Stadt beseitigt. Die „Begründung“ der Kölner Stadtverwaltung ist nicht weniger empörend. Sie schreibt: „Aufgrund des hohen Konfliktpotentials ist eine Erinnerung an den Genozid im öffentlichen Raum generall zu vermeiden.“
Dass das zuständige Kölner Verwaltungsgericht diese Begründung „vollumfänglich“ rechtfertigt, ist ein Skandal! Die Armin T. Wegner Gesellschaft sieht darin – wie die Initiative „Völkermord erinnern“ – eine „erinnerungspolitische Katastrophe“ und schließt sich auch dem zum Thema ausgewiesenen Experten Jürgen Gottschlich an. Der Türkei-Korrespondent der Tageszeitung „taz“ schreibt dort am heutigen Tag dazu: „Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des `hohen Konfliktpotentials`noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen„.
Die Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft ist, durch Erinnerung ohne Hass und durch Verständigung Konflikte zu vermindern und zu überwinden – nicht, vor ihnen davon zu laufen!“
„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“ (Martin Buber / Armin T. Wegner).
Ulrich Klan
(Komponist und Mitgründer der internationalen Armin T. Wegner-Gesellschaft)

Israel Kaunatjike (l.) und Dogan Akhanli (r.)
Kabarettist Hayko Bağdat: »Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern? Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?«
Kabarettist Hayko Bağdat: »Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war!«
Der armenische Autor und Kabarettist Hayko Bağdat ist Pate des Kölner Armenier-Mahnmals. Bağdat stammt aus Istanbul und lebt in Deutschland unter Polizeischutz im Exil. Nachfolgend sein Statement zum Abriss des Mahnmals durch die Stadt Köln:
***
„Wenn ich in Deutschland über die Straßen gehe, stolpere ich manchmal. Manchmal bleibt mein Blick an einem in einem Park aufgestellten Stein haften. Manchmal lese ich auf dem Boden den auf einer Platte gravierten Namen eines ehemaligen Bewohners eines Hauses.
All das ist nur deshalb, damit wir nicht vergessen. Damit wir die Folgen des verdammten Völkermordverbrechens stets vor Augen haben. Wir wollen die Erinnerung eines ermordeten Juden, eines Sinti und Roma, eines Homosexuellen wach halten.
Warum entfernt dann diese Zivilisation, also der deutsche Staat, ein kleines Mahnmal für den Völkermord an den Armeniern?
Weil Faschisten sich über das Mahnmal ärgern könnten?
Damit wir vergessen?
Stellen Sie dieses Mahnmal wieder dorthin, wo es war! Denn wir haben am 24. April schmerzlicheres zu verarbeiten.“