Startseite2019-08-21T10:53:17+02:00
Im Anschluss an eine Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher ein Mahnmal enthüllt. Es erinnert nicht nur an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918, sondern auch an die deutsche Beteiligung daran und fordert grundsätzlich dazu auf, Rassismus und Nationalismus als Ursachen von Völkermorden zu ächten.

Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.

Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.

In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.

Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.

Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.

Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!

L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.

Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.

Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.

Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».

Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.

Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.

Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.

LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!

TÜDAY Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln

Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln

Am 15. April 2018 stellte die Initiative „Völkermord Erinnern“ im Anschluss an eine Veranstaltung eine Skulptur auf mit dem Titel »Dieser Schmerz betrifft uns alle«. Das Mahnmal erinnerte an den Völkermord während des 1. Weltkrieges im osmanischen Reich und an die deutsche Beteiligung daran. Die Stadt Köln ließ das Mahnmal vier Tage später entfernen.

Der Umgang der türkischen Regierung und ihr nahestehender Verbände mit dem Genozid besteht bis heute aus Leugnen und Abstreiten. Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Herabwürdigung der Opfer, sondern prägt auch bis heute den Umgang der Türkei mit Minderheiten. Wer sich in Köln für die Anerkennung des Genozids an den Armenier*innen ausspricht, ruft die Reaktion dieser Verbände hervor. Die Aufstellung einer Stele auf dem Brücker Friedhof zum Gedenken an den Genozid ist ein Beispiel für diesen Druck. Regierungsnahe und nationalistische türkische Verbände sorgten trotz Zustimmung über alle Parteien hinweg für einen fünfzehnmonatigen Stillstand im Genehmigungsverfahren. Insgesamt brauchte es fünf Jahre kontinuierlichen Werbens, bis die Stele schließlich aufgestellt wurde.

Wir können nachvollziehen, dass die Initiative „Völkermord Erinnern“ das Mahnmal diesem Druck nicht aussetzen wollte. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass Initiativen, die durch ehrenamtliches Engagement getragen werden, langwierige Genehmigungsverfahren unter solchen Umständen nicht leisten können. Das Erschaffen von Erinnerungsorten allein von solchen Verfahren abhängig zu machen hieße, die Arbeit dieser Initiativen unmöglich zu machen. Wir appellieren an die Stadt Köln, die besonderen Bedingungen dieses Anliegens und die Besonderheit von Initiativenarbeit zu berücksichtigen.

Dass die deutsche Mitverantwortung thematisiert wird, macht deutlich, dass der Genozid an den Armenier*innen auch unabhängig von den hier lebenden Migrant*innen ein deutsches Anliegen ist und in das öffentliche Bewusstsein gehört. Insofern stellt das Mahnmal eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum Kreuzstein auf dem Brücker Friedhof dar. Der von der Initiative gewählte Platz neben dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II wird diesem Umstand gerecht.

Wir verstehen den Wunsch der Stadt Köln, Konflikte im öffentlichen Raum zu vermeiden. Doch in diesem Fall bedeutet diese Konfliktvermeidung, dass diejenigen, die den Genozid an den Armenier*innen leugnen, in ihrer Haltung bestärkt werden und den öffentlichen Raum bestimmen. Eine Vermeidung von Konflikten darf nicht dazu führen, dass Völkermorde im öffentlichen Bewusstsein keinen Platz haben sollen. Es gab in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Anerkennung des Genozids, und auch wenn die offizielle Regierungslinie der Türkei noch immer aus einem Abstreiten besteht, hat sich das Bewusstsein vieler Menschen in dieser Frage gewandelt. Es ist auch im langfristigen Interesse der Stadt Köln, dass dieser Wandel fortgesetzt wird bis aus dem Konflikt eine Verständigung wird.

Der Hinweis auf mangelnde Genehmigungsverfahren ist weder dem Thema noch der besonderen Situation in Köln angemessen und das dauerhafte Entfernen des Mahnmals sendet aus unserer Sicht ein fatales Signal aus. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt Köln das Anliegen der Initiative »Völkermord Erinnern« würdigen und das Mahnmal wieder an seinem Platz aufstellen würde.

TÜDAY

Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
Türkiye Almanya İnsan Hakları Derneği
Human Rights Association Turkey/Germany
Komeleya Mafên Mirovan Tirkiye/Almanya

Melchiorstraße. 3, 50670 Köln
Tel: +49221724077
Telefax: +4932226483001
Mail: info@tuday.de
Web: www.tuday.de – www.facebook.com/Tuday.e.V

10. Mai 2018|

Brigitte und Fritz Bilz: Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat

»Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat«

„Die Gräuel der Nazi-Zeit schließen nicht aus, öffentlich an andere Völkermorde zu erinnern, insbesonders wenn wir Deutschen daran beteiligt waren. Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat.“

Brigitte Bilz
(Vorsitzende des Geschichtsvereins Köln-Brück)

Fritz Bilz
(Publizist und Historiker)

25. April 2018|

Belltower.News: »Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals«

Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals

Artikel lesen (Belltower.News)
25. April 2018|

taz: Im Stadtraum ist Erinnerung zu vermeiden

Jürgen Gottschlich: »Stadt Köln verstößt gegen Buchstaben und Geist der Bundestagsresolution«

„Die Stadt Köln hat eine Stele, die an den Genozid an den Armeniern erinnert, vier Tage nach ihrer Einweihung entfernt. […] Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des „hohen Konfliktpotentials“ noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen.“, schreibt Publizist Jürgen Gottschlich.

Artikel lesen (taz)
24. April 2018|

Armin T. Wegner Gesellschaft: Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln

Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln

Heute jährt sich zum 103. Mal der Beginn des Genozids an den Armenier*innen. Am 24. April 1915 starteten auf Befehl des jungtürkischen Innenministers Talat Pascha die Deportationen und Massaker an der armenischen Zivilbevölkerung im Osmanischen Reich. Die Verbrechen geschahen mit Wissen, Duldung und teilweiser Unterstützung des Deutschen Reiches, welches mit den jungtürkischen Machthabern verbündet war, und mündeten in die Vertreibung der letzten armenischen Überlebenden in die mesopotamische Wüste, wo sie qualvoll an Durst, Hunger und Erschöpfung starben.

Der deutsche Schriftsteller und Jurist Dr. Armin T. Wegner war zu dieser Zeit als Sanitäter in der Deutsch-Ottomanischen Militärmission und wurde zum Augenzeugen, literarischen und fotografischen Dokumentator und öffentlichen Ankläger der Verbrechen. Für das , was er sah, gab es damals noch kein Wort – Begriffe wie “Völkermord” oder “Verbrechen gegen die Menschheit” wurden erst viel später bekannt. Wegner nannte das beispiellose Verbrechen damals hellsichtig “Die Austreibung der Menschheit” und erinnerte sein ganzes Leben lang öffentlich daran.

In Verbundenheit mit den Armenier*innen weltweit und in Erfüllung von Armin T. Wegners Botschaft und Vermächtnis ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Armin T. Wegner Gesellschaft die ständige Erinnerung an den Genozid, die Solidarität mit den Nachkommen der Opfer und die Überwindung von Verdrängung und Leugnung bei den Nachkommen der Täter.

Dass der deutsche Bundestag sich in seiner Völkermord-Resolution 2016 endlich zu dieser Erinnerung bekannte, und dass er darin ausdrücklich auch auf die Mitverantwortung des Deutschen Reiches hinwies, daran hat auch das stetigen Engagement der Armin T. Wegner Gesellschaft seinen Anteil.

Um so beschämender ist der aktuelle Umgang der Stadt Köln mit diesem Erinnerungsauftrag: [Am 19.04.2018] wurde dort das neue Genozid-Denkmal der Initiative “Völkermord erinnern” nahe dem Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms II. an der Hohenzollernbrücke – s. beiliegendes Foto – von der Stadt beseitigt. Die “Begründung” der Kölner Stadtverwaltung ist nicht weniger empörend. Sie schreibt: “Aufgrund des hohen Konfliktpotentials ist eine Erinnerung an den Genozid im öffentlichen Raum generall zu vermeiden.”

Dass das zuständige Kölner Verwaltungsgericht diese Begründung “vollumfänglich” rechtfertigt, ist ein Skandal! Die Armin T. Wegner Gesellschaft sieht darin – wie die Initiative “Völkermord erinnern” – eine “erinnerungspolitische Katastrophe” und schließt sich auch dem zum Thema ausgewiesenen Experten Jürgen Gottschlich an. Der Türkei-Korrespondent der Tageszeitung “taz” schreibt dort am heutigen Tag dazu: “Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des `hohen Konfliktpotentials`noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen“.

Die Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft ist, durch Erinnerung ohne Hass und durch Verständigung Konflikte zu vermindern und zu überwinden – nicht, vor ihnen davon zu laufen!

“Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung” (Martin Buber / Armin T. Wegner).

Ulrich Klan
(Komponist und Mitgründer der internationalen Armin T. Wegner-Gesellschaft)

Israel Kaunatjike (l.) und Dogan Akhanli (r.)

24. April 2018|
Redebeiträge
Medienberichte
Unterstützerbriefe
Im Anschluss an eine Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher ein Mahnmal enthüllt. Es erinnert nicht nur an den Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918, sondern auch an die deutsche Beteiligung daran und fordert grundsätzlich dazu auf, Rassismus und Nationalismus als Ursachen von Völkermorden zu ächten.

Das Mahnmal ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden, gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.

Das Genozid-Mahnmal wurde von der Stadt Köln am 19. April 2018 abgerissen. Es habe an einer Genehmigung gefehlt. Die Stadt hat in ihrem Schriftsatz gegenüber dem Verwaltungsgericht Köln, das wir angerufen hatten, außerdem argumentiert, das Mahnmal müsse noch vor dem 24. April, dem internationalen Gedenktag an den Genozid, beseitigt werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sich „zahlreiche Gegendemonstranten einfinden“ und „die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs an dieser Stelle zeitnah stark beeinträchtigt“ sei. „Angesichts der Vielzahl türkischer Mitbürger in Köln“ sei auch schon 2017, bei der Erlaubnis für den Kreuzstein der armenischen Gemeinde „auf eine Aufstellung im öffentlichen Straßenland aufgrund des hohen Konfliktpotentials bewusst verzichtet worden“. Das Verwaltungsgericht Köln hat die sofortige Entfernung des Genozidmahnmals an der Hohenzollernbrücke nicht beanstandet.

In unserer Antwort beim Verwaltungsgericht hielten wir fest, dass wir diese Argumentation für ein erinnerungspolitisches Armutszeugnis und ein Ausweichen vor Genozidleugnern halten. Sie widerspricht diametral der Aufforderung des Bundestags, der in seiner Resolution vom 2. Juni 2016 die Zivilgesellschaft auffordert, das Gedenken an den armenischen Genozid zu thematisieren.

Zahlreiche Organisationen und Prominente haben sich mittlerweile als PatInnen und UnterstützerInnen für das Mahnmal und für seine Wiedererrichtung ausgesprochen.

Wir richten unsere Anstrengungen weiterhin darauf, möglichst viele zivilgesellschaftliche Kräfte in dem Bemühen zu vereinen, die Stadt Köln solle das Genozid-Mahnmal wieder aufstellen.

Das Mahnmal muss an seinen Platz zurück!

L’initiative « Rappeler le Génocide » ainsi que les visiteurs ont inauguré le 15 avril 2018 à Cologne un monument à la suite d’une matinée sur le thème « Rappeler le génocide, Empêcher les guerres ». Il rappelle non seulement le génocide commis dans les années 1915 – 1918 aux Arméniens mais également la participation allemande et exige de proscrire le racisme et le nationalisme comme la cause des génocides.

Le monument a été érigé sur le bord gauche du pont sur le Rhin, le« Hohenzollernbrücke » en face de la statue du Kaiser Wilhelm II, responsable du génocide des OvaroHerero et Nama en 1904 et soutien du génocide des Arméniens.

Le Monument a été enlevé par la ville de Cologne le 19 avril 2018, pour manque d’autorisation préalable. La ville de Cologne a également argumenté, dans le cadre d’une procédure devant le tribunal administratif de Cologne entamée par nous, que le monument devrait être enlevé avant le 24 avril 2018, jour de la commémoration internationale du génocide aux Arméniens, afin d’éviter « le rassemblement de nombreux contre-manifestants » présentant un fort risque pour « la sécurité et la facilité du trafic à cet endroit ». Au vu de la présence de nombreux citoyens turcs à Cologne, la ville aurait déjà en 2017, lors de la mise en place du « Kreuzstein » de la communauté arménienne, refusé expressément une permission de la mise en place dans le domaine public à cause du potentiel de conflit élevé.

Le tribunal administratif de Cologne n’a pas contesté l’enlèvement immédiat du monument du génocide près de la «Hohenzollernbrücke».

Dans notre réponse au tribunal administratif nous avons souligné que nous jugeons cette argumentation comme insulte à une politique de mémorisation et un recul devant ceux qui nient le génocide. Elle contredit diamétralement la demande du Bundestag qui dans sa résolution du 2 juin 2016 demande à la société civile de thématiser la mémoire du génocide aux Arméniens.

Un grand nombre d’organisations et de personnes importantes de la vie culturelle et intellectuelle se sont déclarées parrain ou soutien pour le monument et sa réinstallation.

Nos efforts continuent afin qu’un grand nombre de personnes de la vie civile se réunisse pour exiger de la ville de Cologne la réinstallation du monument du génocide.

LE MONUMENT DOIT RETOURNER A SA PLACE!

TÜDAY Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln

Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.: Offener Brief an die Stadt Köln

Am 15. April 2018 stellte die Initiative „Völkermord Erinnern“ im Anschluss an eine Veranstaltung eine Skulptur auf mit dem Titel »Dieser Schmerz betrifft uns alle«. Das Mahnmal erinnerte an den Völkermord während des 1. Weltkrieges im osmanischen Reich und an die deutsche Beteiligung daran. Die Stadt Köln ließ das Mahnmal vier Tage später entfernen.

Der Umgang der türkischen Regierung und ihr nahestehender Verbände mit dem Genozid besteht bis heute aus Leugnen und Abstreiten. Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Herabwürdigung der Opfer, sondern prägt auch bis heute den Umgang der Türkei mit Minderheiten. Wer sich in Köln für die Anerkennung des Genozids an den Armenier*innen ausspricht, ruft die Reaktion dieser Verbände hervor. Die Aufstellung einer Stele auf dem Brücker Friedhof zum Gedenken an den Genozid ist ein Beispiel für diesen Druck. Regierungsnahe und nationalistische türkische Verbände sorgten trotz Zustimmung über alle Parteien hinweg für einen fünfzehnmonatigen Stillstand im Genehmigungsverfahren. Insgesamt brauchte es fünf Jahre kontinuierlichen Werbens, bis die Stele schließlich aufgestellt wurde.

Wir können nachvollziehen, dass die Initiative „Völkermord Erinnern“ das Mahnmal diesem Druck nicht aussetzen wollte. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass Initiativen, die durch ehrenamtliches Engagement getragen werden, langwierige Genehmigungsverfahren unter solchen Umständen nicht leisten können. Das Erschaffen von Erinnerungsorten allein von solchen Verfahren abhängig zu machen hieße, die Arbeit dieser Initiativen unmöglich zu machen. Wir appellieren an die Stadt Köln, die besonderen Bedingungen dieses Anliegens und die Besonderheit von Initiativenarbeit zu berücksichtigen.

Dass die deutsche Mitverantwortung thematisiert wird, macht deutlich, dass der Genozid an den Armenier*innen auch unabhängig von den hier lebenden Migrant*innen ein deutsches Anliegen ist und in das öffentliche Bewusstsein gehört. Insofern stellt das Mahnmal eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum Kreuzstein auf dem Brücker Friedhof dar. Der von der Initiative gewählte Platz neben dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II wird diesem Umstand gerecht.

Wir verstehen den Wunsch der Stadt Köln, Konflikte im öffentlichen Raum zu vermeiden. Doch in diesem Fall bedeutet diese Konfliktvermeidung, dass diejenigen, die den Genozid an den Armenier*innen leugnen, in ihrer Haltung bestärkt werden und den öffentlichen Raum bestimmen. Eine Vermeidung von Konflikten darf nicht dazu führen, dass Völkermorde im öffentlichen Bewusstsein keinen Platz haben sollen. Es gab in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Anerkennung des Genozids, und auch wenn die offizielle Regierungslinie der Türkei noch immer aus einem Abstreiten besteht, hat sich das Bewusstsein vieler Menschen in dieser Frage gewandelt. Es ist auch im langfristigen Interesse der Stadt Köln, dass dieser Wandel fortgesetzt wird bis aus dem Konflikt eine Verständigung wird.

Der Hinweis auf mangelnde Genehmigungsverfahren ist weder dem Thema noch der besonderen Situation in Köln angemessen und das dauerhafte Entfernen des Mahnmals sendet aus unserer Sicht ein fatales Signal aus. Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt Köln das Anliegen der Initiative »Völkermord Erinnern« würdigen und das Mahnmal wieder an seinem Platz aufstellen würde.

TÜDAY

Menschenrechtsverein Türkei/Deutschland e.V.
Türkiye Almanya İnsan Hakları Derneği
Human Rights Association Turkey/Germany
Komeleya Mafên Mirovan Tirkiye/Almanya

Melchiorstraße. 3, 50670 Köln
Tel: +49221724077
Telefax: +4932226483001
Mail: info@tuday.de
Web: www.tuday.de – www.facebook.com/Tuday.e.V

10. Mai 2018|

Brigitte und Fritz Bilz: Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat

»Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat«

„Die Gräuel der Nazi-Zeit schließen nicht aus, öffentlich an andere Völkermorde zu erinnern, insbesonders wenn wir Deutschen daran beteiligt waren. Das Mahnmal soll dorthin zurück, wo es bereits vier Tage gestanden hat.“

Brigitte Bilz
(Vorsitzende des Geschichtsvereins Köln-Brück)

Fritz Bilz
(Publizist und Historiker)

25. April 2018|

Belltower.News: »Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals«

Köln: Gedenken am Ort des abtransportierten armenischen Denkmals

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25. April 2018|

taz: Im Stadtraum ist Erinnerung zu vermeiden

Jürgen Gottschlich: »Stadt Köln verstößt gegen Buchstaben und Geist der Bundestagsresolution«

„Die Stadt Köln hat eine Stele, die an den Genozid an den Armeniern erinnert, vier Tage nach ihrer Einweihung entfernt. […] Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des „hohen Konfliktpotentials“ noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen.“, schreibt Publizist Jürgen Gottschlich.

Artikel lesen (taz)
24. April 2018|

Armin T. Wegner Gesellschaft: Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln

Erinnern an den Völkermord an der armenischen Bevölkerung und Protest gegen Erinnerungsverbot in Köln

Heute jährt sich zum 103. Mal der Beginn des Genozids an den Armenier*innen. Am 24. April 1915 starteten auf Befehl des jungtürkischen Innenministers Talat Pascha die Deportationen und Massaker an der armenischen Zivilbevölkerung im Osmanischen Reich. Die Verbrechen geschahen mit Wissen, Duldung und teilweiser Unterstützung des Deutschen Reiches, welches mit den jungtürkischen Machthabern verbündet war, und mündeten in die Vertreibung der letzten armenischen Überlebenden in die mesopotamische Wüste, wo sie qualvoll an Durst, Hunger und Erschöpfung starben.

Der deutsche Schriftsteller und Jurist Dr. Armin T. Wegner war zu dieser Zeit als Sanitäter in der Deutsch-Ottomanischen Militärmission und wurde zum Augenzeugen, literarischen und fotografischen Dokumentator und öffentlichen Ankläger der Verbrechen. Für das , was er sah, gab es damals noch kein Wort – Begriffe wie “Völkermord” oder “Verbrechen gegen die Menschheit” wurden erst viel später bekannt. Wegner nannte das beispiellose Verbrechen damals hellsichtig “Die Austreibung der Menschheit” und erinnerte sein ganzes Leben lang öffentlich daran.

In Verbundenheit mit den Armenier*innen weltweit und in Erfüllung von Armin T. Wegners Botschaft und Vermächtnis ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit als Armin T. Wegner Gesellschaft die ständige Erinnerung an den Genozid, die Solidarität mit den Nachkommen der Opfer und die Überwindung von Verdrängung und Leugnung bei den Nachkommen der Täter.

Dass der deutsche Bundestag sich in seiner Völkermord-Resolution 2016 endlich zu dieser Erinnerung bekannte, und dass er darin ausdrücklich auch auf die Mitverantwortung des Deutschen Reiches hinwies, daran hat auch das stetigen Engagement der Armin T. Wegner Gesellschaft seinen Anteil.

Um so beschämender ist der aktuelle Umgang der Stadt Köln mit diesem Erinnerungsauftrag: [Am 19.04.2018] wurde dort das neue Genozid-Denkmal der Initiative “Völkermord erinnern” nahe dem Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms II. an der Hohenzollernbrücke – s. beiliegendes Foto – von der Stadt beseitigt. Die “Begründung” der Kölner Stadtverwaltung ist nicht weniger empörend. Sie schreibt: “Aufgrund des hohen Konfliktpotentials ist eine Erinnerung an den Genozid im öffentlichen Raum generall zu vermeiden.”

Dass das zuständige Kölner Verwaltungsgericht diese Begründung “vollumfänglich” rechtfertigt, ist ein Skandal! Die Armin T. Wegner Gesellschaft sieht darin – wie die Initiative “Völkermord erinnern” – eine “erinnerungspolitische Katastrophe” und schließt sich auch dem zum Thema ausgewiesenen Experten Jürgen Gottschlich an. Der Türkei-Korrespondent der Tageszeitung “taz” schreibt dort am heutigen Tag dazu: “Wenn das Schule macht, wird womöglich auch das Gedenken an den Holocaust wegen des `hohen Konfliktpotentials`noch einmal ganz neu diskutiert werden müssen“.

Die Aufgabe unserer gesamten Gesellschaft ist, durch Erinnerung ohne Hass und durch Verständigung Konflikte zu vermindern und zu überwinden – nicht, vor ihnen davon zu laufen!

“Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung” (Martin Buber / Armin T. Wegner).

Ulrich Klan
(Komponist und Mitgründer der internationalen Armin T. Wegner-Gesellschaft)

Israel Kaunatjike (l.) und Dogan Akhanli (r.)

24. April 2018|
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